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Wieder warten alle auf ihn: Nationalbank- präsident Philipp Hildebrand. (Foto: Toini Lindroos)
Heftige Turbulenzen beim Franken: Er ist wieder deutlich stärker geworden. Dabei gab es Anfang dieser Woche Anzeichen einer Beruhigung, als unsere Währung gegenüber dem Euro einen Stand von knapp unter 1.20 erreichte. Doch die Entspannung hielt nicht lange an. Was bereits Mitte Woche begann, setzte sich ungebremst fort: Gestern kostete ein Euro zeitweise nur noch Fr. 1.1010.
Greift bald die Nationalbank ein? Spekuliert wird jedenfalls in diese Richtung. «Der Markt wartet auf die nächste Intervention der Nationalbank», sagt Andreas Küffer, Währungsspezialist bei der Zürcher Kantonalbank. Er spricht von historisch einmaligen Kursausschlägen: «So heftige Bewegungen innerhalb so kurzer Zeit gab es noch nie.»
Zur Erinnerung: Am 9. August rasselte der Eurokurs auf Fr. 1.007 runter, sank praktisch auf Paritätsniveau. Nur drei Wochen später erreichte er fast die Marke von 1.20 – ein Plus von 20 Prozent. Über die letzten Tage ist er wieder um über sieben Prozent eingebrochen. Was ist nur los?
Da sind einmal die Aussagen aus Bern, dass sich die Schweizer Wirtschaft in nächster Zeit darauf einstellen müsse, mit einem starken Franken zu leben. Das wurde als Resignation interpretiert. Zudem ist die EU-Schuldenkrise wieder stärker ins Zentrum gerückt.
Der Grund: Griechische Zeitungen hatten über einen Eklat bei den Gesprächen zwischen der Regierung in Athen und der Troika berichtet, den Vertretern von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Unterschiedliche Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes sorgten für Zoff. Jetzt wurden die Gespräche vertagt. Erst wenn Griechenland in der Lage sei, einen Haushaltsentwurf für 2012 vorzulegen, soll es weitergehen.
Weiteren Druck erzeugten gestern schlechte Zahlen zum Arbeitsmarkt in den USA. Die Arbeitslosigkeit verharrt bei 9,1 Prozent – die US-Wirtschaft hat keine neuen Stellen geschaffen. Das setzte neben dem Dollar auch die Börsen unter Druck.
Das meiste an diesen Faktoren klingt vertraut: Griechenland, USA, Rezessionsangst. Tatsächlich hat sich an diesen Perspektiven nichts geändert. Für die heftigen Ausschläge des Frankens nach unten und oben gibt es denn auch einen weiteren Grund. «Da sind Spekulanten und Hedgefonds am Werk», sagt Währungsexperte Küffer.