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Peter Kurer: «Ich habe dem Verwaltungsrat erklärt, dass ich mich nicht mehr zur Wiederwahl stellen werde. Ich glaube, damit kann ich zur Beruhigung beitragen.
Wir haben mit Oswald J. Grübel den wohl fähigsten CEO des Bankgeschäfts an Bord geholt, und wir sind überzeugt, dass er die UBS zum Erfolg zurückführen wird. Im gegenwärtig politisch aufgeheizten Klima muss aber auch die operative Spitze wechseln. Darum fiel die Wahl auf alt Bundesrat Kaspar Villiger.
«Keine Abgangsentschädigung»
Die gesamte Übergangsfrist beträgt 6 Monate. In dieser Zeit beziehe ich mein normales Salär und erhalte keine Abgangsentschädigung.»
Kaspar Villiger:
«Ich habe mir lange überlegt, ob ich die Anfrage annehmen kann. Es geht um viel. Der Untergang der Bank würde das Land in ihren Grundfesten erschüttern. Weiterer Schaden für den Finanzplatz muss verhindert werden.
Ich brauche Zeit, mich mit dem VR auszutauschen. Das Ziel ist klar: Das Vertrauen der Stakeholder muss aufgebaut werden, die Bank muss profitabel werden. Intern muss eine starke Kultur des Masses und der Bescheidenheit aufgebaut werden.
Ich bringe eine breite Finanzplatzerfahrung mit und gewisse internationale Beziehungen. Ich glaube, Probleme frühzeitig erkennen und handeln zu können.
«Ich habe hohe ethische Ansprüche»
Ich werde mich für gute Rahmenbedingungen einsetzen. Ich werde mich bemühen, auch anders Denkenden gut zuzuhören. Der CEO wird das Aushängeschild der Bank sein und nicht der VR-Präsi. Im April wird ein Buch erscheinen. Das kann ich nicht mehr stoppen. Es ist eine Art politisches Vermächtnis. Ich stelle in diesem Buch hohe ethische Ansprüche. Am Willen, meinen eigenen Ansprüchen zu entsprechen, mangelt es nicht.
Ich werde alle anderen Mandate aufgeben, die ich habe. Ich werde mich voll mit diesem Unternehmen identifizieren. Diese Bank hat auch Trümpfe. Das Wissen. Das Know-how. Einen krisenerprobten CEO. Die Probleme sind zu lösen. Und ich will meinen Beitrag dazu leisten. Es wird auch Kritiker meines Engagements geben, aber das gibt es immer. Man muss die UBS arbeiten lassen.»
850000 Franken für Villiger
«Man hat mir das Salär angeboten, das jetzt gängig ist. Dieses fällt absolut nicht aus dem Rahmen. Ich habe das Salär abgelehnt. Das erste ist, es ist kein Karriereschritt mehr. Zweitens: Wir sind in einer Krisenlage. Und das dritte: Es sind auch staatliche Mittel investiert worden.
Ich erhalte 850000 Franken ohne Bonus, ohne Aktien. Es ist aber kein Signal an die Bank intern, dass man plötzlich neben dem Markt Saläre zahlen soll.» (num)