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UBS-Krise: «Nationale Gefühle verletzt»

ZÜRICH – Boni trotz Verlust? Wie geht das? Blick.ch-Leser werfen der UBS Kommunikationsfehler vor. Das bestätigt auch Experte Andreas Bantel. Er vergleicht den Fall mit dem Swissair-Grounding.

Von Matthias Pfander | Aktualisiert um 17:33 | 04.02.2009
Der Ruf der UBS hat in der Finanzkrise arg gelitten. Auch weil die Bank zu oft schweigt. (Keystone)
Der Ruf der UBS hat in der Finanzkrise arg gelitten. Auch weil die Bank zu oft schweigt. (Keystone)
Kommunikationsexperte Anders Bantel. (Cash)
Kommunikationsexperte Anders Bantel. (Cash)
Das Image der UBS in der Öffentlichkeit ist stark angeschlagen. Das zeigen die Reaktionen der Leser von Blick.ch. «Am besten den Namen und Logo wechseln und neu anfangen», malt Patrick aus Luzern schwarz. Weniger Radikal ist der Vorschlag des Zürchers Franz: «Das Investment Banking verkaufen!» Pragmatisch geht Soraya Moana aus Bern vor: «Vor allem wichtig ist absolute Transparenz, Offenheit. Keine Mauscheleien mehr.»

«UBS tappte in Defensivfalle»

Blick.ch hat Andreas Bantel die Reaktionen der Leser vorgelegt. Für den Experten in Sachen Krisenkommunikation zeigen die Äusserungen ein klares Bild: «Wie früher die Swissair ist die UBS ein Teil der schweizerischen Identität. Hier sind nationale Gefühle verletzt worden.»

Die Bank hat es verpasst, in diesen schwierigen Zeiten eine gute Kommunikation nach Aussen zu pflegen: «Die UBS ist in die Defensivfalle getappt», sagt Bantel. Man wird angegriffen und entscheidet sich fürs Aussitzen anstatt fürs Reagieren.

«Kommunikatives Waterloo»

Das war der entscheidende Fehler: «Derartige Angriffe kann man nicht erfolgreich aussitzen, erst recht nicht, wenn ein derart emotionaler Brand wie UBS im Spiel ist», meint Bantel. Die Kommunikation hätte besser koordiniert werden müssen. Auch mit dem Bundesrat. «Ohne Absprache auf oberster Ebene könnte sich die Situation zum kommunikativen Waterloo für die UBS entwickeln.»

«Als die 2 Milliarden Boni in der Presse auftauchten, hätte die UBS sofort und transparent informieren müssen, was an dieser Summe variable und fixe Lohnanteile sind», rät Bantel. Dass Verwaltungsratspräsident Peter Kurer in einem Interview auf mögliche börsenrechtliche Konsequenzen verwies, lässt Bantel nicht gelten: «Ein Präzisierung und Entgegnung derartiger schädlicher Gerüchte braucht nicht zwingend börsenrelevant sein.»
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