Endlich greift Marcel Rohner durch: Keine Boni für UBS-Bosse
Schluss mit Boni für das Topmanagement der angeschlagenen UBS. Konzernchef Marcel Rohner und seine zwölfköpfige Führungscrew (Bilder) beziehen dieses Jahr «nur» ihren Fixlohn.
Von Marcel Odermatt | Aktualisiert um 14:21 | 02.11.2008
Der massive Druck des Volks und der Politik zeigt endlich Wirkung: UBS-Chef Marcel Rohner (44) hat diese Woche angeordnet, dass seine Kollegen in der Geschäftsleitung und er selber für das Jahr 2008 keinen Bonus kassieren werden. Medienchef Michael Willi bestätigte gestern die Recherchen von SonntagsBlick: «Die zwölfköpfige Konzernleitung und der vollamtliche Verwaltungsratspräsident Peter Kurer werden dieses Jahr nur ihre Fixlöhne erhalten. Herr Rohner beurteilt das als eine unabdingbare Massnahme, um das Vertrauen in unsere Bank wieder zu verbessern.»
2007 sahen die UBS-Manager die Situation noch ganz anders. Trotz eines Riesenverlusts von 4,4 Milliarden Franken genehmigte sich die damalige Konzernspitze Boni in der Höhe von 74 Millionen Franken!
Insgesamt verteilte die Bank im vergangenen Jahr an ihre 85000 Mitarbeiter 12 Milliarden Franken Boni. «Sie werden auch dieses Jahr Boni-Zahlungen erhalten. Die werden aber deutlich tiefer ausfallen als im Vorjahr», so UBS-Sprecher Willi. Hauptgrund: Nach nur 4,4 Milliarden 2007 wird die Bank dieses Jahr über 10 Milliarden Franken Verlust schreiben, schätzen Experten.
Neben dem Boni-Verzicht hat der Verwaltungsrat unter der Führung von Peter Kurer (59) weitere vier Massnahmen angeordnet, die insbesondere das Vertrauen der Schweizer Kunden wiederherstellen sollen, die ihr Geld immer noch in Massen von der Grossbank abziehen:
1. Das Vergütungssystem wird komplett überarbeitet. Neu gibt es ein Bonus-Malus-System. Es sieht vor, dass einmal zugeteilte Vergütungen wieder zurückgefordert werden können, sollte sich zu einem spätern Zeitpunkt herausstellen, dass die erzielten Leistungen nicht nachhaltig waren.
2. Die UBS klärt ab, ob es einen rechtlichen Weg gibt, ausbezahlte Vergütungen zurückzufordern, von Ex-Bankern, die die Bank verlassen haben – also etwa vom früheren Präsidenten Marcel Ospel (58).
3. Eine interne Taskforce erarbeitet Modelle, auf welche Weise frühere UBS-Banker freiwillig einen Teil ihrer Bezüge zurückzahlen könnten.
4. Die UBS untersucht, wie die Rechte der Aktionäre ausgebaut werden könnten, damit sie zum Beispiel stärker über Löhne und Boni mitbestimmen können.
Die UBS wird über dieses Massnahmenpaket am 14. November einen Bericht veröffentlichen.
2007 sahen die UBS-Manager die Situation noch ganz anders. Trotz eines Riesenverlusts von 4,4 Milliarden Franken genehmigte sich die damalige Konzernspitze Boni in der Höhe von 74 Millionen Franken!
Insgesamt verteilte die Bank im vergangenen Jahr an ihre 85000 Mitarbeiter 12 Milliarden Franken Boni. «Sie werden auch dieses Jahr Boni-Zahlungen erhalten. Die werden aber deutlich tiefer ausfallen als im Vorjahr», so UBS-Sprecher Willi. Hauptgrund: Nach nur 4,4 Milliarden 2007 wird die Bank dieses Jahr über 10 Milliarden Franken Verlust schreiben, schätzen Experten.
Neben dem Boni-Verzicht hat der Verwaltungsrat unter der Führung von Peter Kurer (59) weitere vier Massnahmen angeordnet, die insbesondere das Vertrauen der Schweizer Kunden wiederherstellen sollen, die ihr Geld immer noch in Massen von der Grossbank abziehen:
Die UBS wird über dieses Massnahmenpaket am 14. November einen Bericht veröffentlichen.
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