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Ist das Schlimmste wirklich vorbei? Oder taucht die Wirtschaft bald erneut? Darüber streiten sich die Experten derzeit. Fakt ist: Seit dem Absturz der Finanzindustrie nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers und der Talfahrt der Wirtschaft, hat sich die Lage wieder stabilisiert.
Doch was ist, wenn die Wirkung der weltweit verabreichten Konjunkturspritzen nachlässt? Der bekannte Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini hat den Crash der Banken zuverlässig vorausgesagt. Er rechnet damit, dass die Entwicklung der Konjunktur nun U-förmig und nicht V-förmig verlaufen wird, wie das andere Experten aufzeigen. Will heissen: Nach dem Absturz geht es nicht gleich steil wieder aufwärts. Sondern es folgt eine längere Phase der Stagnation. Andere Experten zeichnen ein Double-Dip-Szenario: Nach dem Absturz folgt eine kurzfristige Erholung, bevor es dann erneut abwärts geht.
Die Schweizer Wirtschaft wird noch für eine Weile stottern und dieses Jahr mit einem Minus beenden. Das zeigen die Prognosen. Dem Arbeitsmarkt steht die schlimmste Prüfung erst noch bevor. Für nächstes Jahr wird eine rekordhohe Arbeitslosigkeit erwartet. Gestern hat der Nationalbank-Vize Thomas Jordan erstmals die Zahl 6 Prozent in den Mund genommen. Zahlenmässig wäre die Arbeitslosigkeit so schlimm wie in den Nachkriegsjahren.
Spätestens dann, wird die Krise im Alltag sich noch mehr bemerkbar machen. Schon jetzt reagieren die Konsumenten auf die unsicheren Perspektiven. Als Folge verlangsamt sich der Konsum. Die Leute sparen lieber. Dieses Geld fehlt dann wiederum der Wirtschaft. Ein Teufelskreis.
Die Bedingungen für die Firmen, Kredite von den Banken zu erhalten, sind härter geworden. Von einer eigentlichen Kreditklemme, dass die Unternehmen also kaum mehr frisches Geld erhalten, will aber (noch) niemand reden.
Fakt ist: Die Banken sichern sich besser ab, weil sie mit mehr Ausfällen rechnen müssen. Mehr Ausfälle drohen den Banken aber sowieso. Weil Privatpersonen und Firmen finanziell ins Schlingern geraten und das geliehene Geld nicht mehr zurückzahlen können.
In Deutschland wird deshalb bereits über weitere Staatshilfen diskutiert. Finanzminister Steinbrück will laut Medienberichten von heute so die Wirtschaft vor einer drohenden Kreditklemme schützen.
Müssen wir auch in der Schweiz damit rechnen, dass bald weitere Banken vom Staat gestützt werden müssen, wie im Oktober 2008 die UBS, weil ihnen wegen steigender Kreditausfälle das Geld abfliesst?
Banken-Professor Hans Geiger (Bild) beruhigt: «Die Schweizer Banken sind nach wie vor sehr solide.» Eine Kreditklemme befürchtet er ebenfalls nicht.
Die Gefahr lauert für die Schweiz im Ausland. Sollte sich die Situation der wichtigsten Exportpartner, darunter Deutschland, nach den jüngsten Aufhellungen wieder verdüstern, trübt sich auch die Situation für die Schweizer Wirtschaft.
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Er geht davon aus, dass die Schweizer Banken die kommenden Kreditausfälle verkraften können: Bankenprofessor Hans Geiger.