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Das Bild hat gedreht: Bis die UBS Hilfe von der Nationalbank und dem Bund erhielt, schwankte der Kurs ihrer Aktie am stärksten bei Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche. Jetzt hat die Credit Suisse diese Rolle übernommen. Heute erreichte die Aktie den tiefsten Stand seit 2003. Mittlerweile hat sie wieder ins Plus gedreht.
Hat der Artikel in der heutigen «HandelsZeitung» den Kurs der CS-Aktie nach unten gedrückt? Dort wird spekuliert, der CS drohe ein Verlust von bis zu 6 Milliarden Franken im Geschäftsjahr 2008. Zitiert wird ein anonymer «hoher CS-Banker».
Klar ist, in den ersten drei Quartalen hat sich ein Nettoverlust von über 2.2 Milliarden Franken zusammengeläppert. Noch nicht bekannt ist, wie das vierte Quartal genau ausgesehen hat.
Am 4. Dezember informierte jedoch die Bank, dass per Ende November ein Nettoverlust von 3 Milliarden Franken verzeichnet wurde. Da die Bank gleichzeitig bekannt gab, dass sie im November einen kleinen Gewinn erwirtschaftete, muss also besonders der Oktober sehr schlecht gelaufen sein.
Das Ausmass des Verlusts ist also ungefähr klar. Was den Kurs der CS-Aktie vor allem zum Zittern bringt, sind deshalb andere schlechte Nachrichten aus der Finanzindustrie. Banken, die vor Verlusten warnen, wie das die CS bereits Anfang Dezember gemacht hat.
Am Montag informierte die Royal Bank of Scotland über einen drohenden Verlust von 28 Milliarden Pfund (45 Mrd. Franken). Der grösste Fehlbetrag der britischen Wirtschaftsgeschichte. Letzte Woche waren es die Deutsche Bank, Citigroup und Bank of America, die Milliardenverluste vermeldeten.
Solche Neuigkeiten schüren die Angst, bei der CS könnten weitere Schreckensmeldungen kommen. Der Super-GAU: Auch die CS muss wie die UBS beim Bund um Hilfe betteln. «Aus heutiger Sicht braucht die Credit Suisse keine Staatshilfe. Entscheiden ist aber, wie sich die Finanzindustrie jetzt weiter entwickeln wird. Möglich ist alles», sagt Bankanalyst Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank.
Das Auf und Ab der Credit Suisse an der Börse macht vor allem eines klar: Solche Aktien sind im Moment ein heisses Eisen für Privatanleger. «Logisch, man kann Glück haben und die Aktie bei einem tiefen Kurs erwischen. Aber Bankaktien zu kaufen, ist im Moment hochspekulativ», sagt Venditti.
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Prügelknabe? CS-CEO Brady Dougan muss den Kopf einziehen. (Montage Blick.ch)