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Schon an seinem ersten Arbeitstag macht der neue UBS-Chef Oswald Grübel seinem Ruf als brillanter Geldvermehrer alle Ehre. Jede UBS-Aktie ist dank seiner Ernennung 1.64 Franken wertvoller geworden. Die ganze Bank sogar gut 4,8 Milliarden Franken.
Das ist ganz im Sinne von Oswald «Osi» Grübel. Mitte letzten Jahres schrieb er in seiner «Bilanz»-Kolumne: «In unserer Welt regiert das Geld und nicht die Ethik.»
Geld – ein Leitmotiv in Grübels Leben. Schon seit der Jugend. Eigentlich wollte er Ingenieur werden, wollte Motoren bauen. Banker zu sein interessierte ihn nicht. Und doch ging er zur Bank, machte eine Lehre. Er hörte auf den Rat des Grossvaters: «Junge, du musst zur Bank gehen, die haben immer Geld.»
Und jetzt, wo der UBS das Geld auszugehen droht, geht Grübel erneut zur Bank. Um der UBS wieder zu mehr Geld zu verhelfen. Dabei war er als Spitzenbanker schon zwei Mal in Rente gegangen. 2001, weil er mit der Strategie von Lukas Mühlemann bei der Credit Suisse nicht einverstanden war. Und 2007, nachdem er die CS aus dem von Vorgänger Mühlemann angerichteten Sumpf befreit hatte.
Nötig hätte er den neuen Job nicht. Auch nicht die 3 Millionen Franken Basis-Salär, die er jetzt bekommt. Grübel ist ein reicher Mann. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» schätzt sein Vermögen auf 100 bis 200 Millionen Franken. Damit gehört er zu den reichsten Managern der Schweiz.
Die steile Karriere bei der Credit Suisse erwies sich für Grübel als Goldgrube. Und er selbst bewies sich als talentierter Goldschürfer – für die CS-Aktionäre, stets aber auch für sich und seine Weggefährten.
Er war ein Grossverdiener
Grübel hat bei seinem Ex-Arbeitgeber eifrig mitgeholfen, die Saläre der Top-Banker in immer verrücktere Höhen zu treiben.
2003 rückte er an die Spitze der CS-Konzernleitung. Schon damals strichen die Mitglieder der CS-Konzernleitung pro Kopf durchschnittlich 14 Millionen Franken ein. 2006, in Grübels letztem Vollzeitjahr als Credit-Suisse-Chef, waren es bereits 19 Millionen.
Von 2003 bis 2006 sahnte die Konzernleitung 557 Millionen Franken ab. Wobei der Chef natürlich einen überdurchschnittlichen Anteil am Kuchen bekam.
Zu Grübels Zeiten musste der Lohn des Chefs noch nicht einzeln ausgewiesen werden. Die Faustregel besagt aber: Der Big Boss bekommt das Doppelte des Durchschnitts. Grübel dürfte somit in vier Jahren etwa 130 Millionen Franken heimgetragen haben. Das bringt den Normalverdiener ins Grübeln.
Dabei hätte es noch viel mehr sein können. Grübel liess nämlich ein Bonus-Programm aufgleisen, das nur das Wort «Wahnsinn» verdient. Es sah vor, dass jeder der CS-Spitzenmanager bis zu 280 Millionen Franken Bonus kassieren konnte. Grübel verliess dann allerdings die Bank noch vor Ablauf der festgesetzen Frist von fünf Jahren. Wie viel ihm das Programm gebracht hat, ist offen.
Grübel gibt sich rund drei Jahre
Klar hingegen ist, dass Grübel mit Lohnexzessen kein Problem hat. Im Dokumentarfilm «Geld, Gier und Grössenwahn», den das Schweizer Fernsehen im letzten Dezember ausstrahlte, sagte er zur Journalistin: «Sie stellen es dar, als hätten die hohen Bezahlungen etwas damit zu tun, dass es diese Krise gibt. Das müsste ich nicht so sagen. (Die falschen Anreize durch Boni) sind nur ein kleiner Teil des Problems.»
Und angesprochen auf seine eigenen Bezüge sagte er: «Für das, was ich für die Firma geleistet habe – und ich war ja nicht nur zwei, drei Jahre dabei, sondern insgesamt 38 Jahre – und für ihre Aktionäre, glaube ich, dass ich immer einigermassen richtig bezahlt war.»
UBS-Präsident Peter Kurer hat mit Grübel einen der fähigsten Banker engagiert. Schafft er es, die UBS zu retten? BLICK wollte es von ihm selbst wissen und kriegte ihn am Donnerstag kurz ans Telefon: «Dürfen wir Ihnen zu Ihrem neuen Job gratulieren?» Seine trockene Antwort: «Fragen Sie mich in zwei, drei Jahren wieder.»
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Der neue UBS-Chef Oswald Grübel hat bei der CS rund 130 Mio. Franken kassiert. (RDB)