Haltiner: Mehr Lohn und dicke Boni

BERN – Finma-Präsident Eugen Haltiner muss Banken auf die Finger klopfen. Doch der Ex-UBS-Mann denkt selber noch wie ein Banker. Das zeigt seine unverschämte Lohnpolitik.

  • Publiziert: 03.03.2009, Aktualisiert: 13.01.2012
play Eugen Haltiner: Gar nicht bescheiden. (Keystone)

Einen dicken Monatslohn plus Boni. Was bei Banken üblich ist, soll auch bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) recht sein. Doch der Bund pfeift Finma-Präsident Haltiner zurück, wie die Wirtschaftszeitung «cash» heute berichtet. Denn er wollte für seine Leute massiv höhere Löhne. Und begründete dies auf gleiche Weise, wie er die UBS-Boni rechtfertigte.

Der Job für die Finma-Angestellten bleibt derselbe. Aber die Löhne wären explodiert, wenn es nach Eugen Haltiner und seinem Verwaltungsrat gegangen wäre. Mit der Fusion der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) mit dem Bundesamt für Privatversicherungen (BPV) per Anfang 2009 sollte die Geschäftsleitung plötzlich ein Drittel mehr verdienen als bisher. Das erfuhr «cash» aus gut unterrichteter Quelle.

Nach monatelangem Feilschen lehnte der Bundesrat das Lohnmodell der Finma ab. Der Widerstand in den Departementen war zu gross. Die Finma bestätigt lediglich, Haltiner habe das Finma-Personal neu privatrechtlich anstellen wollen, um marktgerechte Löhne zahlen zu können.

Diese Begründung rechtfertigt Banker-Löhne

Hohe Saläre sind notwendig, um gute Leute zu bekommen – so begründen die Banken ihre Milliarden in den Bonus-Töpfen. Genau gleich hatte Ex-UBS-Manager Haltiner im Januar die UBS-Boni gerechtfertigt. «Man muss sich bewusst sein, dass die Mitarbeitenden für eine Bank eigentlich das kostbarste Gut sind», sagte Eugen Haltiner Ende Januar in der Wirtschaftssendung «Eco» auf SF. Würden die Löhne nicht bezahlt, würden die Leute abspringen, sagte Haltiner an gleicher Stelle.

Die Finma wird durch Gebühren der von ihr beaufsichtigten Institute finanziert. Doch ist sie eine eidgenössische Behörde. Mit dem Finma-Start am 1. Januar 2009 hätten die sieben GL-Mitglieder bis zu 320000 Franken Fixlohn plus einen Bonus von 20 Prozent erhalten sollen, schreibt «cash». Damit hätten sich die Löhne denen der Finanzbranche angenähert.

Einzelne Finma-Kader hätten dadurch auf einen Schlag einen Lohnsprung von deutlich mehr als 100000 Franken gehabt. Ihr Jobprofil hat sich aber kaum verändert.

Finma-Chef kassiert 450000

Dass in der neuen Super-Behörde einfache Kader gleich viel oder mehr verdienen sollten als Spitzenbeamte, stiess in Bern sauer auf. Haltiners Vorschlag «lässt sich nicht legitimieren», heisst es in einer Akte. Es gäbe dafür «keine Argumente».

Löhne über 300000 Franken muss der Finma-VR deshalb bei Bundespräsident Hans-Rudolf Merz bewilligen lassen. Finma-Chef Patrick Raaflaub wurde das gewährt. Er bekommt 450000 Franken fix plus einen Bonus von bis zu 100000 Franken. Auch Haltiner drückte bei Merz seinen Lohn durch: Er erhält 320000 Franken. (Peter Hody, cash/zum)

play Finma-Chef Patrick Raaflaub verdient 450'000 Franken im Jahr. (Keystone)

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