Ex-UBS-Boss verzichtet auf Millionen

  • Publiziert: 09.11.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Peter Wuffli setzt ein Zeichen – aus Solidarität: Insgesamt 12 Millionen Franken an Entlöhnung wandern nicht in sein Portemonnaie.

Bei der tief gefallenen Grossbank UBS gibt erstmals ein Topmanager einen Teil seiner Millionenlöhne zurück. Der im Sommer 2007 zurückgetretene ehemalige Konzernchef Peter Wuffli verzichtet auf 12 Mio. Franken.

«Ich setze damit ein Zeichen der Solidarität mit der UBS-Führung und den Mitarbeitern, die in einer schwierigen Situation ausgezeichnete Arbeit leisten», sagte Wuffli in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Er bedaure zutiefst, dass Entscheide, die er während seiner aktiven Zeit «nach bestem Wissen und Gewissen» getroffen habe, «im Rückblick und vor dem Hintergrund der Jahrhundert-Finanzkrise fatale Auswirkungen auf die UBS haben».

«Hohe Zahlungen für abtretende Topleute in einem Unternehmen in schwerer Schieflage sind nicht zu rechtfertigen», begründete Wuffli seinen Entscheid weiter. Er reagiert damit auf die harsche Kritik und das breite Unverständnis in der Öffentlichkeit angesichts der staatlichen Milliardenhilfen zur Rettung der UBS.

Einbussen von drei Jahreslöhnen

Wuffli, Präsident des Vereins Freunde der FDP, war auch von FDP- Präsident Fulvio Pelli zu «mehr Bescheidenheit» aufgerufen worden. Allerdings hat sich ein bedeutender Teil von Wufflis Entschädigung ohnehin – zumindest vorläufig – verflüchtigt: Seit Anfang 2007 habe er auf seinen zugeteilten und noch gesperrten Aktien wegen des Kurszerfalls rund 50 Mio. Fr. verloren.

Zusammen mit bezahlten Steuern ergebe das einen Verlust von rund drei Jahreslöhnen, sagte Wuffli weiter. Damit habe die UBS schon lange ein Malussystem für die obersten Führungskräfte, sagte Wuffli, der sich gegen staatliche Lohnvorgaben ausspricht: «Die Entlöhnung muss Sache der Eigentümer sein.»

Bereits im November 2007, als sich die Krise der UBS verschlimmerte, habe er freiwillig auf einen «substanziellen Millionenbetrag» verzichtet, ohne das zu kommunizieren. Wuffli hatte bei seinem Abgang die übliche Lohnfortzahlung während zwölf Monaten inklusive Boni zugesprochen erhalten. Die genaue Summe wurde nie genannt.

Die UBS erklärte lediglich, 2007 hätten die drei zurückgetretenen Spitzenmanager Peter Wuffli, Ex-Investment-Bank-Chef Huw Jenkins und Ex-Finanzchef Clive Standish zusammen 33 Mio. Fr. bezogen und für ihre Zeit nach der UBS zusätzliche 61 Mio. Fr. erhalten.

UBS dankbar

Die UBS bestätigte am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass Wuffli freiwillig 12 Mio. Fr. zurückzahle. «Wir begrüssen den Entscheid und danken Peter Wuffli dafür», sagte eine Konzernsprecherin.

Verwaltungsratspräsident Peter Kurer führe wie angekündigt Gespräche «mit weiteren Personen» über die Rückzahlung von Boni. «Wir werden sehen, ob sie dem Beispiel Wufflis folgen.» Namen wollte die Sprecherin nicht nennen. Zunehmen dürfte der Druck insbesondere auf den früheren Konzernchef und langjährigen Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel. (SDA)

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