Erstens gewährt der Bund der UBS einen Kredit über 6 Milliarden. Dafür zahlt die Bank dem Staat einen Zins von 12,5 Prozent. Später bekommt der Bund aber kein Geld zurück, sondern UBS-Aktien. Man nennt das alles eine Pflichtwandelanleihe.
Zweitens übernimmt die Nationalbank von der UBS praktisch alle Schrott-Papiere, welche die Grossbank noch nicht abgeschrieben hat. Diese zurzeit grösstenteils wertlosen «Wert»-Papiere werden in eine spezielle Firma auf den Cayman-Inseln ausgelagert (siehe Grafik). Um die Entsorgungsaktion zu finanzieren, macht die Nationalbank Schulden von 54 Milliarden Dollar. Alles dank dem Staat!
Was kompliziert tönt, ist eigentlich ganz einfach: Die UBS braucht Geld und bekommt es aus der Staatskasse, also vom Steuerzahler. Und sie wird erst noch die Börsen-Leichen los, die in ihrem Keller lagern. Schöne Folge für die UBS : «Die Probleme sind gelöst. Niemand muss sich mehr Sorgen machen um sein Geld. Wir haben definitiv das Schlimmste überstanden», sagte UBS -Chef Marcel Rohner gegenüber der «Tagesschau». Unschöne Folge für uns Steuerzahler: Geht etwas schief mit dem Rettungsplan, zahlen wir die Rechnung.
Dafür, dass wir Steuerzahler dieses Risiko tragen, müssten wir eigentlich auch etwas bekommen. Zum Beispiel einen besseren Schutz für unsere Spargelder.
Doch das ist nicht vorgesehen. Zumindest noch nicht. Während die Bankenrettung mittels Notrecht durchgedrückt wird, lässt sich der Bundesrat beim Schutz der Sparer Zeit. Als «Sofortmassnahme» soll dem Parlament in der Wintersession eine Botschaft unterbreitet werden, welche die Einlagensicherung von heute 30 000 Franken «angemessen» erhöht.