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Oswald Grübel: Aus dem aktiven Ruhestand direkt zum schwierigsten Job der Schweiz. (SonntagsBlick)
Sein Ruhestand war kurz: Oswald Grübel (65) wurde Anfang 2007 bei der Credit Suisse pensioniert. Seither hat er die Finanzkrise als kritischer Kommentator begleitet, hat Artikel geschrieben, Interviews gegeben. Jetzt, zwei Jahre später, setzt er sich selber wieder ans Ruder. Beim grossen Konkurrenten der Credit Suisse, der UBS.
Obwohl: Im letzten August schloss er ein Comeback aus: «Irgendwann muss man ja auch noch leben», sagte er in einem Interview mit der «Weltwoche».
Der in Ostdeutschland geborene Grübel machte eine Banklehre und wechselte 1970 von der Deutschen Bank zur SKA, heute Credit Suisse. Ab 1985 war er für First Boston tätig, die US-Investement-Bank, die von der Credit Suisse übernommen wurde. Sein Weg an die Spitze der Bank war nicht geradlinig. Unterwegs auf der Karriereleiter gab es einige Rückschläge.
In den 90er Jahren zum Beispiel wurde er als Chef des weltweiten Handelsgeschäft entmachtet. Später holte ihn der damalige Verwaltungsratspräsidenten Rainer E. Gut wieder zurück und er übernahm die Leitung des Privatkundengeschäfts. Vier Jahre im Amt wurde er nach einem Machtkampf mit dem damaligen CS-Chef Lukas Mühlemann abgesetzt. Anfang 2003 leitet er die Credit Suisse als Co-Chef mit John Mack. Nachdem Mack die Bank verlassen hatte, führte er das Unternehmen alleine.
Sein Verdienst: Er führte die Credit Suisse aus der Krise, in der die Bank nach dem Platzen der New-Economy-Blase steckte. Sein Instinkt und sein Timing wurden seit Beginn der Finanzkrise immer wieder gelobt. Grübel erkannte die Risiken im amerikanischen Immobilienmarkt schon früh. Er traute auch dem mutmasslichen Milliardenbetrüger Bernard Madoff nicht über den Weg, nachdem er ihn zu einem persönlichen Gespräch getroffen hatte.
Das Timing seines Rücktritts von der CS-Spitze hätte nicht besser sein können: Die Immobilienkrise begann erst nach seiner Pensionierung am 4. Mai 2007 so richtig auf die Banken durchzuschlagen.
Dem Aktienkurs der UBS hat der Amtsantritt des neuen Chefs einen Schub beschert. Nach neuen Tiefstständen in den letzten Tagen lag er zeitweise um über 14 Prozent höher als am Vortag.
Paukenschlag bei der UBS: Was halten Sie davon? Schreiben Sie uns!