CS baut 5300 Stellen ab

  • Publiziert: 04.12.2008, Aktualisiert: 19.01.2012

ZÜRICH – Die Grossbank Credit Suisse baut nach einem Milliarden-Verlust 5300 Stellen ab, davon 650 in der Schweiz. Dafür verzichten die Bosse auf ihren Bonus. Die Börse reagiert schwankend.

Begründung für den gewaltigen Abbau: Damit sollen Einsparungen in Höhe von rund 2 Milliarden Franken erzielt werden. Das entspricht etwa 9 Prozent des Geschäftsaufwands des laufenden Jahres.

650 Stellen in der Schweiz betroffen

Weltweit werden 5300 Stellen abgebaut. Das sind 11 Prozent des gruppenweiten Personalbestands. Trennen will sich die CS auch von 1400 Temporär-Mitarbeitenden. In den Schweizer Geschäftsstellen der Credit Suisse werden 650 Arbeitsplätze gestrichen, erklärte CS-Sprecherin Esther Gerster gegenüber «Blick.ch».

Das sind rund 3 Prozent der gut 20000 Schweizer Stellen. Aber nicht alle Betroffenen würden entlassen. Denn bei der Credit Suisse seien derzeit mehrere hundert Stellen offen.

Genutzt werden solle auch die natürliche Fluktuation, sagte Gerster. Freigestellten Mitarbeitern werde ein Massnahmenkatalog geboten, der von der Vermittlung interner oder externer Stellen über Beratungen bis hin zu Umschulungen reiche.

3 Milliarden Verlust

Hintergrund des Sparprogramms: Im vierten Quartal bis Ende November hatte die CS einen Nettoverlust von rund 3 Mrd. Fr. erlitten, vor allem im Investment Banking. Dies teilte CS heute mit. Gründe seien die direkten Auswirkungen der Finanzkrise sowie Kosten für den Abbau von Risiken.

Im Verlust noch nicht enthalten sind die Kosten für den geplanten Stellenabbau. Diese werden mit rund 900 Mio. Fr. veranschlagt.

Im November alleine habe die Credit Suisse einen kleinen Nettogewinn verbucht. Das Private Banking arbeite weiterhin erfolgreich und verzeichne «ansprechende Neugeldzuflüsse.»

Bosse verzichten auf Bonus

Für das Jahresergebnis 2008 erwartet die Grossbank keine gutenn Zahlen. Deswegen wollen Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz, Konzernchef Brady Dougan und der Investment-Bank-Chef Paul Calello auf einen Bonus verzichten.

CS-Aktie zieht an

Nach einem Taucher wegen des anfänglichen Schocks über die weiteren Milliardenverluste hat die Aktie der Credit Suisse am Donnerstag markant zugelegt. Um 11.45 Uhr notierte der Titel 8 Prozent im Plus auf 29.92 Franken.

CS waren damit der grösste Gewinner im Schwergewichteindex SMI. Händler sagten, die Verlustwarnung für das vierte Quartal sei zwar «schockierend» hoch ausgefallen, doch es scheine die letzte Bereinigung zu sein.

Der Fehlbetrag von 3 Mrd. Fr. bis Ende November liege deutlich über den bisherigen Verlustschätzungen des Marktes in der Grössenordnung von 1 bis 1,5 Mrd. Franken. (SDA/snx)

Personalverbände protestieren

Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) und der Kaufmännische Verband (KV) Schweiz fordern die(CS auf, den angekündigten Stellenabbau ohne Entlassungen umzusetzen. Ziel müsse sein, die 650 in der Schweiz betroffenen Angestellten innerhalb der Credit Suisse an einer anderen, «zumutbaren» Stelle weiterzubeschäftigen. (SDA)

Grossbanken müssen mehr Sicherheit bieten

BERN – Die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse müssen nach dem Schock der Finanzkrise ihre Sicherheitspuffer deutlich erhöhen. Zu diesem Zweck haben sich die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) mit UBS und CS auf höhere Eigenmittelanforderungen geeinigt. (SDA)

Schweizer Wirtschaft steht still

In der Schweizer Wirtschaft geht derzeit nichts mehr. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) hat sich von Juli bis September gegenüber dem zweiten Quartal nicht verändert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) heute mitteilte. Gegenüber dem gleichen Quartal im Vorjahr stieg das BIP allerdings noch um 1,6 Prozent. (SDA)
play Risikoreduktion: Die Credit Suisse hat heute über eine Reihe von strategischen Massnahmen informiert. (Keystone)

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