«Banker sollen Boni zurückgeben»

  • Publiziert: 16.10.2008, Aktualisiert: 19.01.2012

ZÜRICH – Ein Aufschrei geht durchs Land. Der Bund schiesst Milliarden bei der UBS ein. Blick.ch-Leser ärgern sich, sind verunsichert, wettern gegen die Manager – oder halten den Banken die Stange.

Trüb ists heute in der Schweiz. Düster sind für viele Schweizer aber auch die Meldungen aus der Finanzwelt. Die Nationalbank hilft der UBS mit einer Finanzspritze von 60 Milliarden Franken. Geld, das schlussendlich auch von den Steuerzahlern kommt. In der Umfrage von BlickPunkt (siehe Video) zeigen die Leute ihre Verunsicherung oder sind genervt. Sie geben aber auch zu, dass sie das Thema bis jetzt ignoriert haben oder dass es sie einfach nicht interessiert.

Im Feedback von Blick.ch ist aber alles andere als Desinteresse zu spüren: «Schweinerei! Auf Kosten der Steuerzahler in ein Unternehmen Geld reinbuttern. Wenn die UBS nicht überlebensfähig ist und die Abzocker das Geld verspielt haben und niemand zuvor reagiert hat, hat das Unternehmen keine Daseinsberechtigung mehr», meint Thomas aus Bern.

Die Frage nach dem Ausgleich

«Kann in Zukunft auch jeder mittlere und kleinere Betrieb beim Bund um finanzielle Hilfe ersuchen, wenn er in finanzielle Schwierigkeiten gerät – unabhängig des Verschuldens?», fragt Treier aus Effingen. «Die Bundeshilfe kommt dann, und dies zu Lasten des Steuerzahlers. Wo erfolgt dann der Ausgleich, wo nimmt der Bund die Mittel her? Durch Steuererhöhungen oder Abstriche im Gesundheits- und Sozialbereich. Das darf aber nicht sein! Letztlich zahlen wieder die Kleinen die Zeche für die Fehler der Grossen.»

Fred aus Zug fordert Konsequenzen: «Ich bin dafür, dass die Manager der Banken, welche ja gewaltige Boni erhalten haben und mitverantwortlich für die ganze Krise sind, endlich mal zur Rechenschaft gezogen werden. Die sollten ihre Boni der letzten Jahre zurückgeben. Jetzt muss wieder der Bund, sprich wir Steuerzahler, den Kopf hinhalten.» Ruedi aus Bern geht gar noch weiter: «Und wieder hat Bern einen Skandal mehr! Werde keine Steuern mehr bezahlen!»

«Wirtschaftlich enorm wichtige Grossbank»

Daniel aus Basel betrachtet die Finanzspritze ganz anders: «Die UBS ist nicht zu vergleichen mit einer KMU. Wenn die UBS illiquid würde, hätte dies sehr tragische Konsequenzen unter denen wir alle mehr leiden würden, als durch die Tatsache, dass mit unseren Steuergeldern eine finanzwirtschaftlich enorm wichtige Grossbank finanziell unterstützt wird.»

Er steht mit seiner Meinung nicht alleine da: «Als es der Wirtschaft gut ging, hinterfragte niemand die Gewinne der Banken. Man war stolz auf die UBS und CS. Jetzt wo wir in eine Krise geraten sind, stellt sich der Otto Normalverbraucher quer und spricht sich gegen eine Staatshilfe aus, ohne zu wissen, was dies eigentlich bedeutet. Etwa die Hälfte aller KMUs in der Schweiz haben ihre Gelder bei der UBS und wickeln ihre Zahlungen über diese ab. Dass bei einem Bankrott der UBS oder der CS die Schweizer Wirtschaft komplett kollabiert und weitere Firmen mit in den Untergang reissen würde, darüber habt ihr wohl noch nicht nachgedacht», schreibt Peter aus Bern. Und verlangt: «Anstatt Schuldzuweisungen auszusprechen, sollte man zusammenstehen und Vertrauen aufbringen, nur so kann diese Kreditklemme gelöst werden.»

Blick.ch-User Hobi aus Buchs bringt seinen Ärger schliesslich so auf den Punkt: «Wenn die privaten Kleinverdiener so «haushalten» würden, könnte die Schweiz einpacken. Eine absolute Bananenrepublik!» (spj)

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