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Auf der Suche nach den Währungssündern ist BLICK in der Spielwarenabteilung angekommen. Wie schon bei den Sportartikeln zeigt sich: Durch den Absturz von Euro und Dollar sind die Preisunterschiede zum Ausland noch grösser geworden.
Bei den beliebten Lego-Steinen wird besonders heftig abgezockt. Im offiziellen Online-Shop muss man nur die Länder-Einstellung von der Schweiz auf Deutschland ändern – und fällt fast vom Stuhl.
Ein hübsches Lego-Haus mit Garage kostet 39.99 Euro, umgerechnet derzeit 46 Franken. Wer aber eine Schweizer Lieferadresse angibt, muss den Schweizer Preis bezahlen: 69.90 Franken – unverschämte 52 Prozent mehr.
Wie erklärt Lego das?
«Unsere Preisgestaltung richtet sich in den einzelnen Ländern nach den Kriterien Kaufkraft, allgemeines Preisniveau und unterschiedliche Mehrwertsteuersätze.» Mit anderen Worten: Schweizer Kunden sind kaufkräftig, also sollen sie auch kräftig zahlen.
Auf die Frage, ob Preissenkungen geplant sind, geht Lego gar nicht ein.
Den internationalen Herstellern ist das Thema offensichtlich unangenehm. Sie verweigern die Auskunft oder geben nichtssagende Antworten.
Der US-Riese Mattel, der für seine Barbie-Puppen hierzulande viel mehr verlangt, versprach eine Stellungnahme, schickte sie dann aber doch nicht. Playmobil lässt ausrichten, man könne sich frühestens in einer Woche zur Frage äussern, warum die Preise in der Schweiz trotz Euro-Zerfall nicht sinken.
Das Spiel «Das verrückte Labyrinth – Das Duell» kostet bei uns 43 Prozent mehr. Die Herstellerfirma Ravensburger will sich nicht äussern und behauptet, man habe «in den letzten Monaten Preissenkungen vorgenommen». Auf die Frage nach konkreten Beispielen schweigt sich Ravensburger aus.
Grosse Konzerne zeigen sich uneinsichtig
Druck machen einmal mehr die Detailhändler. Migros, Coop und Manor kontrollieren über die Hälfte des Schweizer Spielwarenmarktes. Coop verhandelt mit Herstellern und Importeuren, aber: «Bis jetzt sind die Ergebnisse ungenügend. Grosse Konzerne wie Playmobil oder Mattel zeigen sich bislang uneinsichtig.»
Dafür bewegt sich bei kleineren Herstellern etwas. Die Firma Waldmeier aus Neuendorf SO importiert Carrera Rennbahnen, Günther Drachen und Meccano in die Schweiz. Dort heisst es: «Wir senken per 1. September die Preise auf allen 4000 Artikeln um 5 bis 12 Prozent.»
Allerdings schränkt Waldmeier ein: «Ob die Händler diese Preissenkungen an die Endkunden weitergeben, können wir nicht beeinflussen.»