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Versucht zu retten, was zu retten ist: US-Finanz-Minister Henry Paulson. (AP)
1. Herr Minister: Warum musste die Investmentbank Lehman Brothers untergehen – die Investmentbank Goldman Sachs aber wurde gerettet?
2. Hat das damit zu tun, dass Sie als Präsident und CEO bis vor zwei Jahren selber Goldman Sachs führten – und jetzt als Finanzminister Ihrem alten Arbeitgeber einen Gefallen erweisen wollen?
3. Warum kam es überhaupt zu den Exzessen mit faulen Krediten?
4. Hat das damit zu tun, dass Sie als als Goldman-Sachs-Boss mitbestimmend waren, als es darum ging, die US-Aufsichtsbehörde für den Wertschriftenhandel zur Lockerung von Sicherheitsvorschriften zu überreden? (Diese Lockerung trug dazu bei, dass die Investmentbanken, die jetzt alle eingestampft wurden, weit über ihre Vermögenslage hinaus Schulden machen konnten.)
5. Herr Paulson, warum haben Sie ausgerechnet Neel Kashkari damit beauftragt, die Umsetzung des Rettungspakets zu beaufsichtigen?
6. Hat das damit zu tun, dass Kashkari seinerzeit Direktor von Goldman Sachs war und Sie Ihren alten Kollegen jetzt mit einem lukrativen Job beschenken wollen?
7. Herr Paulson: Wie sollen die Mitverantwortlichen für diese Krise jetzt die Lösung dieser Krise bringen?
Ich gebe die Antwort gleich selber: Henry Paulson, Neel Kashkari und ihre Freunde sind selber das Problem. Wie sie zu einer echten Lösung beitragen könnten, steht in den Sternen.
Neuster Beweis: Der US-Versicherungskonzern AIG musste mit 85 Milliarden Dollar gerettet werden.
Und was machen die AIG-Bosse? Sie beschäftigen den für das desaströse Risikogeschäft zuständigen Ex-Manager als Berater weiter: für eine Million Dollar monatlich! Joseph Cassano durfte nach seinem Rücktritt auch bis zu 34 Millionen Dollar an Gehaltszulagen behalten.
Dies beweisen Dokumente, die dem Aufsichtsausschuss des US- Repräsentantenhauses vorliegen.