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Die US-Regierung will mit Steuergeldern die Finanzinstitute von notleidenden Vermögenswerten befreien. Das stellte Finanzminister Henry Paulson in Aussicht. In einem ersten Schritt kündigte er eine Einlagensicherung über 50 Mrd. Dollar für Geldmarktfonds an.
US-Präsident George W. Bush verteidigte den Staatseingriff: «Diese Massnahmen erfordern es, eine beträchtliche Summe an Geld der Steuerzahler zur Verfügung zu stellen.» Zwar brächte das ein «Risiko» mit sich. Noch grösser sei aber das Risiko, wenn nicht gehandelt werde.
Rund um den Globus reagierten die Börsen auf das Ausfahren der schweren Geschütze in Washington mit einem Kursfeuerwerk: Der Dow-Jones-Index in New York kletterte im frühen Handel um über 3 Prozent. Der SMI stieg bis Börsenschluss um 6,1 Prozent. Mit Abstand grösste Gewinnerin war die UBS-Aktie mit einem Plus von 31,7 Prozent auf 21 Franken.
Massnahmen gegen Spekulanten
Die Finanzaufsichtsbehörden der USA, Englands und der Schweiz beschlossen unterdessen, gegen die Spekulationswelle vorzugehen, die schon mehrere grosse Banken in den Abgrund gerissen hat. Das Verbot gelte bis zum 19. Dezember, teilte SWX Europe mit.
Davon betroffen sind unter anderem die Aktien der Banken UBS, Credit Suisse, Julius Bär sowie die Versicherer Swiss Re, Zurich Financial Services, Swiss Life und Bâloise. Auch die US-Börsenaufsicht SEC hat Leerverkäufe von Finanzwerten vorläufig vollständig gestoppt, das betrifft 799 Finanzinstitute.
Bei den übrigen Schweizer Aktien warnten die Schweizer Börse SWX und die Eidg. Bankenkommission (EBK) die Anleger. Verkäufe im Börsenhandel seien verboten, wenn die Wertschriften nicht rechtzeitig geliefert werden könnten. Diese ungedeckten Leerverkäufe sind an der Schweizer Börse schon seit einiger Zeit verboten.
Garantien über ein Jahr
Das US-Finanzministerium erklärte, es werde Garantien über ein Jahr für die Fonds geben, die gegen eine Gebühr an dem neuen Programm teilnehmen. Sobald der Wert der Fondsanteile unter einen Dollar sinke, setze die Versicherung ein.
Zuletzt hatte der Reserve Primary Fund von sich reden gemacht, dessen Anteile wegen des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers unter einen Dollar gefallen waren. Der Wert der Investments war damit unter die Einlagen gesunken. Der Fonds hatte in Schuldverschreibungen der Investmentbank investiert, die nach deren Kollaps wertlos wurden.
Ein solcher Fonds dürfte auch Morgan Stanley zu Hilfe kommen. Die US-Investmentbank soll derzeit mehrere Optionen prüfen, um sich gegen die jüngsten Finanzturbulenzen zu wappnen. (SDA)