Exklusiv-Studie der Energie-Stiftung SES zeigt Schweizer Stromriesen importieren immer noch Dreckstrom

Schweizer Energieriesen belasten die Umwelt massiv. Ein Strafzuschlag für Kohlestrom soll Abhilfe schaffen.

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Hier gehts ganz schön dreckig zu: Kohlekraftwerk in Deutschland.

Reuters

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Die Umweltverbände WWF und die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) gehen in die Offensive gegen den Import von Kohlestrom. Gemäss Recherchen von BLICK stellt der WWF heute ein neues Modell für eine Dreckstrom-Steuer vor. Konkret sollen Schweizer Stromversorger einen Strafzuschlag zahlen, wenn sie den billigsten Mix mit Kohlestrom importieren.

In der Schweiz verkaufen immer noch Dutzende Elektrizitätswerke diesen Strommix, der an der Leipziger Strombörse besonders günstig ist und einen Braunkohlestromanteil von rund zehn Prozent hat. Greenpeace, der WWF, aber auch die Grünen laufen seit Jahren gegen diese Importe Sturm. Laut einer Berechnung der SES fliessen im Schweizer Netz insgesamt zwischen drei und fünf Prozent Kohlestrom.

Braunkohle ist der Klimakiller Nummer eins. «Ein einziges Kohlekraftwerk produziert jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Treibhausgase, dazu tonnenweise giftige Schwermetalle und andere Schadstoffe», sagt WWF-Sprecher Philip Gehri. Die Dreckstrom-Steuer soll mit einer Petition angeschoben werden. Man will «die Politiker wecken». Die Steuer soll sich an den wahren Kosten des Kohlestroms orientieren: «Wir wollen unter anderem auch die Umwelt- und Gesundheitskosten, die der Kohlestrom verursacht, ins Produkt verlagern», erklärt Gehri.

Für die SES ist die Kohleverbrennung nicht die einzige dreckige Methode, um Strom zu produzieren. Auch Gas- und Atomkraftwerke belasten die Umwelt mit CO2 und radioaktiven Abfällen.

In einer neuen Untersuchung, die ebenfalls heute publiziert wird, kommt die Stiftung SES zu einem vernichtenden Urteil: «57 Prozent des Stroms von den vier grössten Schweizer Stromkonzernen ist dreckig. Axpo, Alpiq, BKW und Repower belasten die Umwelt massiv.»

Die Axpo hat am meisten Dreckstrom im Portfolio, gefolgt von der BKW, Alpiq und Re­power. Neben CO2-Aus­stoss und Nuklearabfall wurden weitere Abgase sowie Wasser- und Landverbrauch von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Entsorgung der Abfälle miteingerechnet. Axpo und BKW produzieren am meisten AKW-Strom, Alpiq stösst am meisten CO2 aus. Mit 23 Prozent Gasanteil liegt Repower auf Platz zwei beim CO2-Ausstoss.

Immerhin legten die Grossproduzenten beim Ökostrom kräftig zu – wenn auch auf tiefem Niveau. Mit 6,8 Prozent neuen erneuerbaren Energien im letzten Jahr (2012: 5,6 Prozent) hat die BKW beim sauberen Strom heute die Nase vorn.

Publiziert am 15.06.2014 | Aktualisiert am 16.06.2014
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5 Kommentare
  • William  Quispe aus Bellinzona
    16.06.2014
    Das ist wieder so ein lauwarmes Lüftchen. Weshalb denn nicht ehrlich sein und den Import von Kohlestrom gleich verbieten? Das wäre mal ein richtiges Zeichen gesetzt.
  • Klaus  Müller 16.06.2014
    Alle wollen billigen EU-Strom. Und der ist so billig, weil der Wind- und Solarstrom gnadenlos subventioniert wird, um ihn in den Markt zu drücken - mit Steuergeldern. Fast kostelloser Strom - da kann selbst Wasserkraft nicht mithalten. Übrigens dieselbe Subventionspolitik, wie sie die CVP und Konsorten auch in der Schweiz haben will.
    • Fritz  Frigorr , via Facebook 16.06.2014
      Schon maldarüber nachgedacht, wie sehr Atomstrom subventioniert wird? Welche Gewinne die Betreiber damit machen ?
  • Jean-Pierre  Wüthrich , via Facebook 16.06.2014
    BKW soll lieber so lange wie möglich das umweltfreundliche Kernkraftwerk Mühleberg weiter laufen lassen.
  • Gustav  Broennimann , via Facebook 16.06.2014
    Dann doch lieber Kernenergie. Ohne CO2, ohne Vernichtung der Restwassermenge in den Flüssen, verfügbar auch wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht. Zudem ist die Schweiz deutlich sicherer als Fukushima.