Eurokurs fällt auf 15-Monatstief Franken wird immer stärker

ZÜRICH - Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hält die Devisenmärkte auf Trab. Der Franken ist so stark wie seit August 2015 nicht mehr.

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Sicherer Hafen: In unsicheren Zeiten ist der Franken besonders begehrt. Keystone

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Das sind gute Nachrichten für alle Schweizer, die Weihnachtsgeschenke jenseits der Grenze einkaufen oder dort die Feiertage verbringen: Der Eurokurs ist heute unter die Marke von 1.07 Franken gerutscht. Das ist der tiefste Stand seit August 2015.

Kein Wunder: Der Franken gilt in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen. «Die Flucht in den Schweizer Franken hält an», schreibt die St. Galler Kantonalbank in einem Devisenkommentar. «Der Euro wurde gestern immer wieder unter 1,08 Franken gedrückt.» Das schliesse auf Interventionen der Schweizerischen Nationalbank SNB, schreiben die Devisenexperten der St. Galler Kantonalbank.

Der Dollar profitiert

Der Hauptgrund für die Euro-Schwäche: Die Stärke des amerikanischen Dollar nach dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump (70) zum neuen Präsidenten der USA. Am Nachmittag wertete sich der Dollar bis auf 1.0002 Franken auf.

Der neue US-Präsident Trump will Steuern senken und die Staatsausgaben erhöhen. Analysten gehen davon aus, dass so die Konjunktur und Inflation angeschoben werden. Deshalb sind die Zinsen für US-Anleihen stark gestiegen. Davon profitiert der Dollar.

Schlecht für die Industrie

Für die Industrie hingegen ist der stärker werdende Frankenkurs eine schlechte Entwicklung. Zumal bereits jetzt viele KMU der Maschinen-, Elektro- und Metallbranche schwer zu beissen haben. Die Auftragslage ist schlecht. 70 Prozent der Betriebe, die dem Branchenverband Swissmechanic angeschlossen sind, haben nur für acht Wochen eine gesicherte Produktion.

Der Umsatz ist für 50 Prozent der KMU «nicht befriedigend», wie der Verband mitteilte. Der Auftragseingang hat sich bei 35 Prozent der Firmen verschlechtert. Der Umsatz sinkt, der Export stagniert. Ausgerechnet jetzt wird der Franken noch stärker. (pbe)

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 09.12.2016
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  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    15.11.2016
    Ueber 600 Milliarden hat die SNB an Devisen angesamelt,wie will sie da noch intervenieren, da das Risiko immer grösser werden. Uebrigens hat die SNB weltweit im Verhältnis zum BIP am meisten Devisen, nämlich über 100 Prozent.
  • Rolf  Hess 15.11.2016
    Wie wir jetzt sehen können, hatte die SNB beim Entschluss den Mindestkurs des Euro fallen zu lassen, nachdem Draghi die EU mit monatlich 60 Milliarden Euro überschwemmt hat, das einzig richtige gemacht. Es ist doch Irrsinn, wenn sich die EU bemüht, und das mit Milliarden, den EURO zu schwächen, unsere Gnomen der SNB sich alle Mühe geben, gegen diesen Gelddruckapparat EU anzukämpfen.

  • Lilian  Hug 14.11.2016
    Der Politik scheint es egal zu sein, dass "ennet der Grenze einkaufen" bald einmal normal sein wird?! Ich denke, dies ist von unserer "EU" gesteuerten Politik und Wirtschaft genau so gewollt. Ein perfider Plan, den CHer Buerger weichzukochen, nimmt an Fahrt auf. Und was tut der Schweizer? Wir machen brav mit, bis uns auch das Geld fuers Kotelett aus dem Ausland fehlt. Und dann? Wir Buerger drehen uns doch selbst die Luft ab. Auch mit diesem, nur zu gerne angenommenen, Einkaufstourismus.
    • Werner  Schlumpf 14.11.2016
      Finden Sie es Lilian normal, dass gewisse CH-Produkte in Deutschland teilweise bis 40 Prozent billiger sind als in der Schweiz. Und dies obwohl die MwSt in Deutschland erheblich höher ist?? Da kann man auch nicht die höheren Löhne in der Schweiz als Begründung nennen. Wir werden in zu vielen Bereichen ABGEZOCKT - wie lange noch??
  • Werner-René  Zwicky aus Chur
    14.11.2016
    Es ist nur ein Kampf zwischen David (CH) und Goliath (EU). Die EZB tut wirklich alles um den Euro zu schwächen und unsere SNB tut (kauft) viel, um den Franken zu schwächen und den Euro zu stärken. Diese Rechnung wird nie und nimmer aufgehen. Wenigstens kann jetzt die SNB mit dem gestärkten Dollar Kasse machen, wenn sie denn will.
  • Urs  Berner 14.11.2016
    Schön, dass wir in der Schweiz soviel kompetente Leute haben, die zwar nur Kommentare auf dem BLICK online Portal schreiben aber selbst nicht viel Ahnung haben. Hoffen wir, dass solche Schreiberlinge nicht irgendwann die Geschicke unseres Landes übernehmen. Wie wir jetzt wissen ist ja alles möglich.
    • Stefan  Buttliger 14.11.2016
      Exgüsé!
      Es war irgendwann in den 60er/70ern, als ein Politiker sagte:
      "Geben Sie mir eine Million - und ich mache aus einem Kartoffelsack einen Bundesrat!" - so neu ist diese Idee also wirklich nicht!
      Andere Idee: der Bund soll Fränkli drucken, bis der Kurs sinkt! - vergesst jedoch nicht, die Steuern zu senken!