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Freitag, 11.15 Uhr: Ein Euro kostet 1.4312 Franken. Er ist damit quasi gleich billig wie im Oktober 2008. Damals war er auf dem Allzeit-Tief von 1.4296 Franken.
Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SBG), ist alarmiert: «Der immer stärkere Franken verteuert unsere Exporte und gefährdet 10000 Jobs.»
Lampart versteht nicht, warum die Nationalbank die Interventionen am Devisenmarkt eingestellt hat. «Lange hat man an einem Kurs von 1.50 Franken pro Euro festgehalten», sagt er. «Wir fordern die SNB auf, dieses Kursziel wieder anzustreben. Allein schon eine entsprechende Ankündigung würde den Franken deutlich schwächen.»
SNB-Sprecher Werner Abegg winkt ab: «Die Nationalbank gibt kein Wechselkursziel bekannt.» Er verweist bloss auf die offizielle Formulierung, wonach sich die SNB «gegen eine übermässige Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro zur Wehr setzt.»
Dem SGB genügt das nicht: «Wenn die Nationalbank nichts tut, müssen wir eine Änderung des Nationalbankgesetzes ins Auge fassen», droht Lampart. Möglicher Inhalt: «Die Nationalbank stabilisiert den Wechselkurs.»
Würde die Schweiz damit nicht internationale Regeln verletzen? «Im Gegenteil», meint Lampart. Er verweist auf Oliver Blanchard, den Chefökonomen des Weltwährungsfonds IWF, der kürzlich die Einführung von Wechselkurszielen als probates Mittel zur Entschärfung von Finanzkrisen angeregt habe.
Insbesondere die Industrie leidet: «Der aktuelle Euro-Kurs ist eine bittere Pille», sagt Swissmem-Direktor Peter Dietrich. «Der starke Franken geht bei uns direkt auf die Marge: So wirds noch schwieriger, aus der Rezession zu kommen.»
Von einem Wechselkursziel will Dietrich dennoch nichts wissen. «Die SNB macht einen guten Job. Wir als Verband wollen aufgrund der langfristigen Nebenwirkungen von Interventionen vorläufig keinen Druck aufsetzen.» Er sagt aber auch: «Unsere Firmen sind für einen Wechselkurs von 1.50 Franken gerüstet. Alles was darunter ist, macht der Industrie das Leben schwer.»