Nationalbank Euro-Mindestkurs bleibt und Jordan warnt

  • Publiziert: 13.09.2012
play Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan (Archiv) (Keystone)

BERN - BE - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ihre Geldpolitik wie erwartet bei. Präsident Thomas Jordan kürzt jedoch die Prognosen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ihre Geldpolitik wie erwartet bei. Das Zielband für den Leitzins belässt sie bei 0 bis 0,25 Prozent und auch den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken will sie weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen, wie die SNB am Donnerstag mitteilte.

Die Währungshüter sind dazu nach wie vor bereit, Devisen in unbeschränkter Höhe zu kaufen. Der Franken sei nach wie vor hoch bewertet und belaste die Schweizer Wirtschaft.

Die SNB kürzte denn auch ihre Prognose für das Wachstum des Schweizer Bruttoinlandproduktes (BIP) im laufenden Jahr auf rund 1,0 Prozent. Bei der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung im Juni war sie noch von rund 1,5 Prozent ausgegangen.

Die Abwärtsrisiken für die Schweizer Wirtschaft bleiben laut den Währungshütern mit Blick auf die verletzliche globale Konjunktur auch in der nächsten Zeit hoch.

Keine Inflationsgefahr

Die Teuerungsprognose der Nationalbank fällt ebenfalls etwas tiefer aus: Im laufenden Jahr rechnet sie mit einer Teuerung von - 0,6 (Prognose vom Juni: -0,5) Prozent, für das nächste Jahr mit +0,2 (+0,3) Prozent und für 2014 mit +0,4 (+0,6) Prozent.

Für die nächsten Jahre gebe es keine Inflationsgefahren, hält die SNB fest. Die Preisstabilität ist also gewährleistet, obwohl die Geldschleusen der SNB weit geöffnet bleiben und sich die Banken weiterhin fast zum Nulltarif Geld bei der SNB leihen können: Der Leitzins, der von der SNB nur indirekt steuerbare Drei-Monats-Libor, notierte am Mittwoch bei 0,046 Prozent.

Euro steigt kurz über 1.21 Franken

Der Euro pendelte unmittelbar nach der Bekanntgabe des geldpolitischen Entscheids der SNB leicht fester um die Marke von 1,21 Franken.

Er hatte bereits zuvor profitiert vom positiven Urteil des deutschen Verfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm ESM und den Wahlen in den Niederlanden, wo Euro-skeptische Parteien zu den Verlierern zählten.

Alle Blicke richten sich jetzt nach Übersee

Jetzt schaue der Markt auf die US-Notenbank (Fed), sagten Händler. Die Fed wird um 18.30 Uhr ihre geldpolitischen Entscheidungen veröffentlichen. Nach dem zuletzt enttäuschend ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht rechneten viele Beobachter mit Hinweisen auf eine weitere geldpolitische Lockerung. (SDA)

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Wädler
    Unglaublich was hier für Kommentare geschrieben werden. An alle: Die Schweiz hält nicht am 1.20-Mindestkurs fest, weil sie den Euro so toll findet und die EU retten will! Es geht allein um den Schutz der eigenen Wirtschaft. Die EU ist Importeur Nummer 1 für Schweizer Waren und wenn der Franken noch stärker wird der Kurs also noch weiter fällt, dann werden unsere Produkte zu teuer und dann werden erst recht Arbeitsplätze in der Schweiz gestrichen. Es bleibt der SNB also nichts anderes übrig!

Alle Kommentare (9)

  • stephan  gautschi
    Tourismus und Exportindustrie können effizienter subventioniert werden als mit 400 Mia der SNB im Giesskannenprinzip - und hoffen auf einen EUR Anstieg auf 1.30!

    Mit Direktzahlungen und MwSt Rabatten hätten wir wenigstens unsere Kosten im Griff - kennen wir von der Landwirtschaft.
    • 13.09.2012
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  • Peter  Wädler
    Unglaublich was hier für Kommentare geschrieben werden. An alle: Die Schweiz hält nicht am 1.20-Mindestkurs fest, weil sie den Euro so toll findet und die EU retten will! Es geht allein um den Schutz der eigenen Wirtschaft. Die EU ist Importeur Nummer 1 für Schweizer Waren und wenn der Franken noch stärker wird der Kurs also noch weiter fällt, dann werden unsere Produkte zu teuer und dann werden erst recht Arbeitsplätze in der Schweiz gestrichen. Es bleibt der SNB also nichts anderes übrig!
    • Peter  Stoffel , Rorschach
      Richtig. Und wenn wir den Mindestkurs von Fr. 1.20 weiterhin aufrecht erhalten, gibts eines Tages "en zünftige Chlapf" und das ganze Wirtschaftsgebilde fällt zusammen. Die Politik der SNB ist kurzsichtig und grundfalsch.
      • 13.09.2012
      • als Kommentar auf Peter  Wädler
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    • Peter  Wädler
      Es liegt an der SNB zum richtigen Zeitpunkt die Geldmenge im System wieder radikal zu senken, dann wird man diesen "Chlapf" verhindern können. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Die Herren der SNB sind wahrlich nicht zu beneiden.
      • 13.09.2012
      • als Kommentar auf Peter  Wädler
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  • Walter  Honegger , via Facebook
    Für die nächsten Jahre gebe es keine Inflationsgefahren, hält die SNB fest. Die Preisstabilität ist also gewährleistet, obwohl die Geldschleusen der SNB weit geöffnet bleiben und sich die Banken weiterhin fast zum Nulltarif Geld bei der SNB leihen können.

    Diese Geldschleuse möchte ich auch gerne anzapfen, ich frage mich jedoch woher das viele Geld kommt ? Anscheinend hat die SNB einen unbeschränkten Geldvorrat !
  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Kaum zu Glauben was da Herr Jordan erzählt und macht!
    Wollen Sie die SNB endgültig an die Wand fahren.
    Die SNB kann den Euro und die sterbende EU nicht retten.
    Weiter so bis wir auch am Bettelstab hängen!
    Nur da hilft der Schweiz niemand!
    Die Frage lautet:
    Wann endlich greift der Bundesrat ein? Und stoppt den Wahnsinn!
  • Dominik  Müller
    SUPER.... Nur weiter so!!! In Zuckunft wird uns niemand Danke sagen..! Wenn wir einmal Probleme haben, wird uns kein Nachbarland helfen, da bin ich überzeugt! Schon jetzt werden wir mit Datenklau hintergangen! Was wollen wir mit dem Konstanten Kurs erhoffen? Das gibt eine schöne bruane Zunge, mehr auch nicht..! Lasst den Euro endlich absacken.. Deutschland muss für den Fehler, den Euro eingefürht zu haben, selber ausbaden können.
    • Kurt  Stoller , St Gallen , via Facebook
      Dominik Müller
      Sie haben es nicht begriffen! Die Schweiz hält den Euro bei 1.20 nicht für die Euroländer, sondern ausschliesslich für die eigene Wirtschaft. Würde der Franken stärker wäre dies eine Katastrophe für die Exportwirtschaft und für den Tourismus. Ein Tip: Schreiben Sie in Zukunft über Themen wo Sie etwas verstehen, auch wenn es wenige sind.
      • 13.09.2012
      • als Kommentar auf Dominik  Müller
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    • Kurt  Steger , via Facebook
      Gewnau SUPER, Sie alle die in der Exportwirtschaft tätig sind werden Ihren Kommentar zu würdigen wissen, wen diese Ihren Job verlieren :-
      • 13.09.2012
      • als Kommentar auf Dominik  Müller
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