Euro 08 floppte bei den Beizern

  • Aktualisiert am 14.01.2012

BERN – Die Erwartungen der Gastrobetriebe ans Fussballfest waren riesig. Doch die Euro 08 floppte – die Beizer in den Quartieren sind enttäuscht.

In der Innenstadt top, in den Quartieren flop. So lässt sich die Bilanz des Wirteverbands Basel-Stadt zusammenfassen, die auf mehr als 30 befragten Betrieben basiert. Das ist Schlimmer, als es auf den ersten Blick scheint.

«Schnellverpflegungsbetriebe und Beizen in der Innenstadt sind die grössten Gewinner der Euro 08», sagt Maurus Ebneter vom Wirteverband Basel-Stadt.

Diese Lokale hätten an gut frequentierten Lagen 20 bis 40 Prozent mehr verkauft. Vor allem an Spieltagen sei dort das Geschäft hervorragend gelaufen. «Absolutes Highlight war der Viertelfinal von Holland», sagte Ebneter.

Wurst und Bier, statt Entrecôte mit Wein

Im Schatten der Euro 08 lagen die Restaurants in den Quartieren. Die meisten büssten 15 bis 30 Prozent des Umsatzes ein. Einzelne mussten gar einen Rückgang um 50 Prozent hinnehmen.

Auch in der Innenstadt gab es allerdings Verlierer. Bediente Speiserestaurants verdienten laut Ebneter im Schnitt 10 bis 15 Prozent weniger. Die einheimische Kundschaft wollte sich den Weg in die Innenstadt nicht antun und ass lieber gleich zu Hause. Die Fans ihrerseits zogen Wurst und Bier einem Entrecôte mit einem Glas Wein vor.

In der Gesamtbilanz hätten etwa 600 der 800 Betriebe gelitten. Nur 200 hätten von der Euro 08 profitieren können, zieht Ebneter Bilanz.

Holland rettete Bern

Ähnliche Eindrücke vermittelt der Präsident von Gastro Zürich, Ernst Bachmann. Bei Gastro-Betrieben in den Fanzonen und beim Stadion klingelten die Kassen. Dagegen seien in den Quartieren die Lokale am Abend leer gewesen. «Die Leute zog es in die Fanzonen der Innenstadt», erklärt Bachmann.

«In den Aussenquartieren konnte man machen, was man wollte: Die Fans blieben im Zentrum.» Die Restaurants in den Aussenquartieren hätten einzig versuchen können, die Stammkundschaft zu halten. Von zusätzlichen Gästen habe keine Rede sein können.

Der Sekretär von Gastro Bern, Jean-Daniel Martz, weist ebenfalls auf den Verdrängungseffekt hin. Die Stammkundschaft habe sich während des Turniers zurückgezogen. Dafür hätten die zahlreichen holländischen Anhänger die Beizer erfreut. (SDA)

Die holländischen Fans retteten wenigstens teilweise die Bilanz der Beizer.- Keystone

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