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Rezession in der Schweiz möglich!

BRÜSSEL – Wegen der Finanz-Krise ist in der Schweiz eine Rezession möglich! Das sagte heute Swissmem-Präsident Schneider Ammann. Die EU ihrerseits will die Spar-Guthaben neu bis 50'000 Euro absichern.

Aktualisiert um 20:17 | 07.10.2008
Blickt sorgenvoll in die Zukunft der Schweizer Wirtschaft: Swissmem-Präsident Schneider-Ammann. (Keystone)
Blickt sorgenvoll in die Zukunft der Schweizer Wirtschaft: Swissmem-Präsident Schneider-Ammann. (Keystone)
So gings der Schweizer Börse
Die Finanz-Krise trifft nicht nur Banken. Sondern jetzt auch die industrielle Produktion in Europa. So hat Autobauer Opel für Deutschland die Produktion für zwei, drei Wochen eingestellt.

Und wie sieht es in der Schweiz aus? Gemäss «Tagesschau» von SF1 hat der Winterthurer Mischkonzern Rieter radikale Sparmassnahmen beschlossen. In ausländischen Produktionsstätten werden 15 Prozent der Mitarbeiter entlassen. «So schlimm wie in Deutschland ist es in der Schweiz aber nicht», versuchte der Industrielle Johann N. Schneider-Ammann zu beruhigen. Doch schon hat der jurassische Maschinenbauer Tornos Kurzarbeit für Oktober beschlossen.

Aber was, wenn die Krise anhält? Schneider-Ammann, Präsident von Swissmem, des Verbands der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie nimmt auf SF1 kein Blatt vor den Mund: «Dann könnte die Schweizer Wirtschaft ganz hart an eine Rezession heranschrammen!»

Sparer-Schutz in der EU

Die EU-Minister wollen es besser machen als die Behörden in den USA: «Wir tolerieren kein europäisches ‹Lehman-Brothers›», betonte die französische Finanzministerin Christine Lagarde im Namen ihrer Kollegen heute.

Damit spielte sie auf den Untergang der traditionsreichen US-Investmentbank an. Dabei waren auch Privatanleger aus der Schweiz schwer geschädigt worden.

In einer einstimmig Erklärung hielt der EU-Ministerrat fest, man wolle die Stabilität garantieren sowie die Bürger und die reale Wirtschaft schützen.

  • Höhere Garantien möglich

    Zur Erhöhung der Einlagen-Sicherung solle die EU-Kommission «sehr schnell» einen Gesetzesvorschlag vorlegen. Weiterhin wird es aber den EU-Staaten möglich sein, bei ihrer Garantie über den künftigen Minimalschutz von 50´000 Euro (rund 77´500 Franken)hinauszugehen. Derzeit liegt die Minimalgarantie der EU-Staaten bei 20´000 Euro (31´000 Franken).

  • Mehr Transparenz bei Managergehältern

    Weiter unterstützen die EU-Minister mehr Transparenz bei den Managergehältern. Sie bekräftigten die Empfehlung von 2004, dass Unternehmen ihre Managerentlöhnung offenlegen und dass diese einen Bezug zur Leistung haben sollte. Allerdings ist hierzu weiterhin keine EU-Gesetzgebung geplant. (SDA/snx)
  • Schweizer Professor fordert Sparer-Versicherung

    Beat Bernet: «Wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt.» (Cash/RDB)
    Beat Bernet: «Wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt.» (Cash/RDB)

    Der St. Galler Wirtschaftsprofessor Beat Bernet sagte heute, der Schutz der Sparguthaben in der Schweiz sei bei einer Krise wie jetzt zu gering. Derzeit sind nur 30´000 Franken garantiert. Und auch dies nur bis zu einer Gesamtsumme von 4 Milliarden. Bernet schlägt eine Versicherungs-Lösung vor. Jede Bank und ihre Kunden sollten via Prämien eine Versicherung finanzieren, die sämtliche Einlagen voll garantiert. (snx)

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