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Die griechische Regierung will endlich reiche Landsleute jagen, die ihre Steuern nicht bezahlen. Und zwar mit privaten Steuerfahndern. Ist die Jagd erfolgreich, könnte das sogar die Schuldenlast etwas lindern. Denn es geht um sehr viel Geld.
«Es gibt in Griechenland 14000 Menschen, die dem Staat zusammen rund 36 Milliarden Euro an Steuern schulden», sagte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou in einem Interview mit der Zeitung «Financial Times Deutschland».
Bemerkenswert: Stimmen die Zahlen, besitzt jeder dieser 14000 Steuersünder im Schnitt gut 2,5 Millionen Euro.
Schlechte Steuermoral
Papandreou kündigt an: «Auf diese Gruppe will sich der Finanzminister jetzt konzentrieren. Wir werden die Aufgabe wahrscheinlich an Privatfirmen outsourcen.» Die Regierung habe den Eindruck, dass der Verwaltungsapparat das nicht könne und sich bei dieser Aufgabe nicht sehr wirkungsvoll gezeigt habe.
In Griechenland herrscht eine sehr schlechte Steuermoral. Viel wohlhabende Bürger weigern sich einfach, Steuern zu zahlen. Und werden vom Staat bisher kaum dafür belangt.
Zudem werden offenbar Vermögen im grossen Stil ins Ausland geschafft. Wenig überraschend, soll auch Geld in der Schweiz versteckt werden. Papandreou: «Es gibt Steuerflucht in die Schweiz.»
Abgeltungsssteuer mit Griechenland?
Brisant: Laut dem griechischen Spitzenpolitiker finden bereits Verhandlungen statt. «Wir sind deshalb in Gesprächen mit der Schweiz, ähnlich wie es auch Deutschland macht», erklärte Papandreou.
Die Schweiz verhandelt seit Ende 2010 mit Deutschland über eine so genannte Abgeltungssteuer. Damit soll das in der Schweiz liegende Schwarzgeld mit einer Strafsteuer in Höhe von mehreren Milliarden Euro abgegolten werden. Zudem ist geplant, die künftigen Erträge auf deutschen Vermögen in der Schweiz mit einer jährlichen Steuer zu belasten.
24 Milliarden bei Schweizer Banken
Wie viel Schwarzgeld von reichen Griechen in der Schweiz liegt, weiss niemand genau. Laut einer Schätzung der Finanzfirma Helvea von 2009 liegen gut 24 Milliarden Franken an griechischen Vermögen bei Schweizer Banken. Und nur gerade 1 Prozent davon soll versteuert worden sein.
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Premierminister Giorgos Papandreou hat es auf das griechische Schwarzgeld in der Schweiz abgesehen. (Archiv) (key)