Panne am Eröffnungstag Erste Lidl-Kunden machen Kasse

  • Publiziert: 19.03.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

WINTERTHUR ZH – Heute um 8 Uhr öffnete Lidl seine 13 Schweizer Filialen. Alles lief wie am Schnürchen, bis auf die Kassen – was einige Kunden gratis davonkommen liess!

Mit Alphornklängen hat der deutsche Harddiscounter Lidl seinen Markteintritt in der Schweiz gefeiert. So unter anderem in der Filiale Winterthur. Dort hielt Andreas Pohl, Chef von Lidl Schweiz, eine kurze Rede zur Begrüssung seiner zahlreich erschienenen Kunden.

«Wir hoffen, dass die Schweizer uns als Alternative zum bisherigen Angebot annehmen», sagte Pohl. Dazu servierte er gleich eine Portion Swissness: Neben Alphornbläsern traten auch Fahnenschwinger auf.

Dann öffnete Lidl seine Tore, die Kunden nahmen die Verkaufshalle in Beschlag. Mit einer Gratisrose begrüsst, starteten sie neugierig ihre Einkaufstour: Was bietet der neue Discounter? Ist Lidl billiger als Aldi? Hat er dieselben Produkte wie in Deutschland?

Das billigste WC-Papier

Pohl enttäuschte jene, die auf noch billigere Preise als bei Aldi hofften: «Ein Warenkorb bei Lidl ist etwa gleich teuer wie jener bei Aldi», sagte er. Tatsächlich: Die Energy Drinks «Mixxed up» (Lidl) «Flying Power» (Aldi) kosten beide 89 Rappen pro Dose. Auch die Cola-Eigenmarken sind mit 69 Rappen für 1,5 Liter gleich teuer. Exakt gleiche Preise findet man auch bei Spaghetti (1.15 Fr./Kilo) oder Vollmilch (1.25 Fr./Liter). Etwas billiger ist Lidl beim WC-Papier: 10 Rollen kosten 3.29 Franken, bei Aldi 70 Rappen mehr.

Mit Glück zum Gratis-Einkauf

Ein paar Kunden kamen sogar mit einem Gratis-Einkauf davon, weil die Kassen laut Lidl-Chef Pohl einen «kurzen Aussetzer» hatten! Pohl zu Blick.ch: «Das war nochmals ein besonderes Geschenk» (siehe Video). Eine Kundin war vom Eröffnungstag aber auch von der Bedienung begeistert: «Ich hoffe, dass das Personal so freundlich bleibt wie heute.» (SDA/dip)

Lidl unter der Lupe

Unter die Lidl-Kunden mischten sich Vertreter der Gewerkschaft Syna. Man habe sich den Laden und die Arbeitsbedingungen ansehen wollen, sagte Zentralsekretär Carlo Mathieu. Die Gewerkschafter trafen an, was sie in etwa erwartet hatten: Junges Personal, zu einem grossen Teil aus Deutschland und wohl kaum mit einer Ausbildung im Detailhandel.

Auch Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) nimmt Lidl unter die Lupe – wegen angeblich falscher Aussagen. Konkret geht es um «Suisse-Garantie»-Lebensmittel, die laut Lidl «ohne den Einsatz von Chemie und Gentechnologie» produziert würden. Das Label gebe lediglich Auskunft über die Herkunft, sagte SKS-Chefin Sara Stalder. Zudem dürften diese Produkte durchaus mit Hilfe von Chemie und Gentechnologie hergestellt werden.

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