«Er gehört nicht ins Gefängnis»

  • Publiziert: 04.05.2008, Aktualisiert: 13.01.2012

AMSTETTEN (Ö) – Für den Anwalt des Inzest-Monsters Josef Fritzl ist klar: Sein Mandant gehört nicht hinter Gittern, da er psychisch krank ist. Er will ihn für unzurechnungsfähig erklären lassen.

Damit käme der eiskalte Ingenieur des Schreckens nicht hinter Gittern, sondern in eine geschlossene psychiatrische Anstalt, «Bild am Sonntag» berichtet.

Rudolf Mayer, ein bekannter Anwalt aus Wien, hat seinen Mandanten schon zwei Mal in Untersuchungshaft besucht und ist für sich zu eine eindeutigen Schluss gekommen: «Meiner ganz persönlichen Meinung nach ist Josef Fritzl psychisch krank und damit unzurechnungsfähig», sagt der Jurist.

«Als ich ihn das erste Mal traf, schoss mir sofort der lateinische Begriff ‹Pater familias› in den Kopf. Damit bezeichnete man früher das absolute Familienoberhaupt – fürsorglich, aber mit sehr strenger Hand. Heute würde man dazu wohl Patriarch sagen», so Mayer weiter.

Doch seine Taten sprechen eine andere Sprache: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch und Freiheitsberaubung vor. Weil im Keller ein Neugeborenes drei Tage nach der Geburt gestorben sein soll, muss sich Fritzl möglicherweise ausserdem wegen Mordes durch Unterlassung verantworten.

Wie es tatsächlich um den Geisteszustand des 73-Jährigen steht, will das Gericht in einem Gutachten abklären lassen. Doch selbst bei voller Zurechnungsfähigkeit droht dem Inzest-Monster von Amstetten eine Strafe von maximal 15 Jahren, wenn ihm der Mord nicht nachgewiesen werden kann. (bih)

So gehts den Keller-Kindern

Der Gesundheitszustand der 19-jährigen Tochter von Elisabeth und ihrem Vater Josef Fritzl, die seit zwei Wochen im künstlichen Koma liegt, hat sich inzwischen stabilisiert. Sie liege jedoch nach wie vor auf der Intensivstation und werde künstlich beatmet, teilte das Spital mit.

Die Therapeuten der psychiatrischen Klinik von Mauer (Ö) versuchen die Familie des Inzest-Monsters Josef Fritzl behutsam ans Leben in der Freiheit heranzuführen.

Verzichten muss die 42-jährige Elisabeth und ihre Kinder allerdings noch auf Spaziergänge in der freien Natur. Denn die Klinik unweit von Amstetten wird von immer mehr Schaulustigen und Medienleuten belagert. Deshalb müssen auch die Fenster der Opfer-Wohnung verdunkelt bleiben.

Für den 18-Jährigen Sohn aus dem Verlies besorgten die Therapeuten ein Aquarium. Schon im Keller in Amstetten hatte sich der Jugendliche um Fische gekümmert haben. Der fünfjährige Sohn von Elisabeth Fritzl spiele derweil mit seinem Teddybär, den im einst sein Horror-Vater schenkte, wie «krone.at» schreibt.

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