Enorme Unterschiede bei den Strompreisen 2017 In Siselen heizt die Rechnung ein!

Die Strompreise sinken im Schnitt um zwei Prozent, doch die Unterschiede sind enorm. In Siselen BE bezahlt eine Familie fünfeinhalbmal so viel wie in Gondo VS.

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Gute Nachrichten für Konsumenten: Der Strompreis sinkt – und die Netzbetreiber geben die Einsparungen an die Kunden weiter. Die Kilowattstunde (kWh) kostet 2017 im Schnitt 20,2 Rappen. Das sind zwei Prozent oder 0,4 Rappen weniger als letztes Jahr. Der Abschlag wäre noch grösser, müssten wir nicht gleichzeitig mehr für die Ökostromförderung abgeben.

Unter dem Strich heisst das für die Schweizer Durchschnittsfamilie mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh: Sie zahlt noch 910 Franken für den Pfus, ein 20er-Nötli weniger als 2016. Das zeigen die neusten Daten der Eidgenössischen Elektrizitätskommission Elcom.

Economiesuisse stellt Energie-Strategie vor (Symbolbild) play
Ein Zwänzgernötli weniger als 2016: Die Strompreise sinken dieses Jahr in der Schweiz. GAETAN BALLY

 

Gondo VS seit Jahren am billigsten

Doch die Unterschiede sind enorm (siehe Tabelle). Zwischen den Preisen der 660 Netzbetreiber liegen Welten. Am billigsten fahren die weniger als hundert Bewohner von Gondo VS. Sie bezahlen läppische 4,79 Rappen pro Kilowattstunde. Das bedeutet für die Durchschnittsfamilie Stromkosten von 215.60 Franken.

Stefan Burri (53), Leiter Sektion Preise und Tarife bei der Elcom, erklärt den Vorzugspreis mit einem Spezialdeal der Gemeinde: «Gondo hat einen Stausee auf Gemeindegebiet. Die Konzession beinhaltet, dass die Kraftwerkbetreiber der Gemeinde massiv verbilligten Strom liefern.»

1000 Franken Unterschied

Ist Gondo das Stromparadies, so ist Siselen BE die Stromhölle. Im 600-Seelen-Dorf im Berner Seeland kostet die Kilowattstunde 26,69 Rappen, fünfeinhalbmal so viel wie in Gondo und so viel wie nirgends sonst im Land. Siselen hat eine eigene Elektrizitätsversorgung. Und deren Jahresrechnungen heizen ein: Die Durchschnittsfamilie muss 1201 Franken blechen – fast 1000 Franken mehr als in Gondo.

«Wir haben den Unterhalt für die Infrastruktur ausgelagert», erklärt Heinz Nufer (61) von der Energiekommission im Dorf. «Dass wir am teuersten sind, ist ein Schock. Vielleicht müssen wir diskutieren, ob wir weiterhin einen eigenen Netzbetreiber nur für unser Dorf brauchen.» Privatpersonen sind an den lokalen Netzbetreiber gebunden, wechseln geht nicht. Das können in der Schweiz nur Grossverbraucher. 

Hohe Preise in Tourismus-Orten

Manchmal liegen teuer und billig gleich nebeneinander: In Sufers GR zahlt die Durchschnittsfamilie 423.90 Franken. Der Grund ist der gleiche wie in Gondo VS: ein Stausee auf Gemeindegebiet. Nur 23 Kilometer Luftlinie entfernt in Lumnezia in der Surselva dagegen zahlt die Familie 1156.50 Franken pro Jahr an den Versorger Repower.

Elcom-Spezialist Burri: «Tourismus-Gemeinden wie Lumnezia müssen über das ganze Jahr eine aufwendige Infrastruktur betreiben, die nur zu Spitzenzeiten wie an Weihnachten voll genutzt wird. Die Strompreise müssen die Instandhaltung des Netzes aber für das ganze Jahr decken.»

Die Fakten belegen: Die Energie alleine kostet in Lumnezia mit 8,05 Rappen pro kWh nur leicht mehr als im Schweizer Schnitt, doch die Netznutzung schenkt mit 15,15 Rappen pro kWh tüchtig ein. 

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 14.01.2017
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23 Kommentare
  • Hans-Peter  Brechbühl 14.01.2017
    Es ergibt sich in der Schweiz überall das gleiche Bild
    oder Ergebnis. Wir haben einfach zu viele möchte gern
    Politiker/innen und Studierte die überall ihren Senf
    dazu geben müssen, so ergeben sich wie soll es anders
    sein, nur negative, komplizierte Ergebnisse die viel
    kosten und uns wenig nützen. Genau so ist es auch
    bei der Energiegewinnung. Der Stromverbrauch wird
    bekanntlich gefördert aber verbrauchen möglichst wenig.
    Weiterer Kommentar ist überflüssig.
  • Pat  Zürcher 14.01.2017
    Es ist schon interessant überall soll Strom gespart werden zeitgleich gibt es studierte und gewählte Schlaumeier die Oelheizungen verbieten wollen etc. Wärmepumpen, Wärmetauscher etc. brauchen ja keinen Strom. Ah falsch den beziehen sie ja nachts und im Winter mit Schnee auf dem Dach von den Solarzellen. Das Elektrovelo wird ja nur mit Solarstom betrieben da bin ich ja beruhigt.
  • Bono  14.01.2017
    Ja ja der Unterhalt wurde ausgelagert. Es ist ja nicht nur beim Strom so, dass ein schlauer HSG Abgänger den Gemeinden / Firmen vorrechnet, eine Auslagerung käme günstiger. Im Endeffekt zahlt es sich in den meisten Fällen eben doch nicht aus und der Berater hat schon kassiert und zieht den Nächsten über den Tisch. Ist doch so....
  • Abbas  Schumacher aus Basel
    14.01.2017
    Was soll man denn in Basel sagen? Nur ein Anbieter und der verkauft nur Öko-Strom. Wir müssen das schlucken, oder wegziehen. Wir sind also verurteilt Öko-Strom zum teuersten Preis zu beziehen. Wenn denn alle AKWs abgeschaltet sind liebe Leute, dann heisst es, über wird der Strom teurer. Danke liebe Öko-Freaks!
    • Vreneli  Meier 14.01.2017
      Die Basler Bevölkerung "muss" das nicht, sie "will" das schlucken. War nämlich ein Volksentscheid.
      Wenns dich stört, musst du halt Basel und die Rot-Grünen Öko-Freaks verlassen.
      Du verzichtest dann aber auf viele andere Vorteile. Z.B. eine Regierung, die mit dem bürgerlichen Schuldendebakel aufräumte, seit Jahren schwarze Zahlen schreibt, dies trotz SteuerSENKUNGEN für Firmen UND PRIVATE. Rot-Grün macht FÜR DAS VOLK vielmehr als SVP/FDP. Auch wenns viele Dickschädel nicht wahrhaben wollen.
  • Zita  Lang 14.01.2017
    Der Strompreis ist eines, aber die Gebühren die wir noch auf jeder Rechnung bezahle, das ist eine Schande. Wir verbrauchten in unserer Wohnung für Fr. 400. Strom die Endrechnung war aber 1200.. Da ist für mich der Strom sehr teuer.
    • Vreneli  Meier 14.01.2017
      Dass ist das Resultat, wenn man SVP/FDP wählt. Allesprivatisieren, Riesengewinne abschöpfen, bis die Infrastruktur marode ist. Dann wirds für die Sanierung wieder an den Staat verkauft. Natürlich nochmals mit einem Riesengewinn. Anstatt Jammern musst du dein Wahlverhalten ändern, das würde mehr helfen.
    • Köbi  Karrer 14.01.2017
      @Vreneli Meier. Wirklich? Welche E Unternehmen wurden denn privatisiert und dann marode wieder an den Staat verkauft? Kann mich nicht daran erinnern, dass der Staat in letzter Zeit ein E-Werk, geschweige denn ein marodes gekauft hat. Erhellen Sie uns doch mal mit konkreten Beispielen und Zahlen anstatt mit Populismus und Fake News.
    • alois  Leimgruber aus Villmergen
      14.01.2017
      Ist bei uns genau das gleiche, die Gebühren machen mehr aus als der Strompreis.