LONDON – Nach Ansicht von Philipp Hildebrand, Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), sollten die Regierungen weltweit dringend ihre Reaktionen auf die sich verschärfende Finanzkrise absprechen.
Die von der US-Notenbank Fed koordinierte Versorgung der Märkte mit Dollar-Liquidität durch die Zentralbanken zeige, was gemeinsames Handeln bewirken könne. Weltweit haben die Notenbanken den Geldmärkten mit 620 Mrd. Dollar unter die Arme gegriffen.
Langfristig seien die Zentralbanken allein nicht in der Lage, die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. (SDA)
England muss seine 8 grössten Banken retten!
LONDON – Jetzt wirds auch auf der Insel richtig teuer: Auf insgesamt 250 Milliarden Pfund beläuft sich das Hilfspaket für das Finanzsystem. Die Schweizer Börse sackt derweil weiter ab.
Doch die englische Regierung schiesst noch mehr Mittel ein: Sie will weitere 200 Mrd. Pfund an Krediten in den ausgetrockneten Markt pumpen. Damit solle das britische Finanzsystem stabilisiert werden, kündigte Finanzminister Alistair Darling kurz vor Handelsbeginn an der Londoner Börse an.
«Diese Massnahmen sind absolut notwendig, um das System wieder in Gang zu bringen», sagte Darling. Der Finanzminister wird das Paket im Lauf des Tages im Parlament vorstellen.
Darling und Premierminister Gordon Brown hatten zuvor mit den Chefs der Zentralbank und der Finanzaufsicht über Auswege aus der Krise beraten. In den vergangenen Tagen büssten einige der grossen britischen Banken nahezu die Hälfte ihres Börsenwertes ein. Das schürte Befürchtungen über einen Zusammenbruch des gesamten Bankensystems.
Die Reaktionen auf das Hilfspaket an der Londoner Börse waren durchzogen. Nach den dramatischen Verlusten vom Vortag konnten einige Finanztitel heute wieder kräftig zulegen, während andere nach einer Berg- und Talfahrt gegen Mittag erneut ins Minus rutschten.
Die EU-Kommission erklärte, sie sei über den britischen Plan informiert und werde eine rasche Entscheidung treffen, sobald die Einzelheiten bekannt seien. Die EU muss staatlichen Hilfsprogrammen zustimmen. (SDA/zeb)
Nationalbank macht Druck auf Politiker
Schweizer Börse rutscht weiter ab
ZÜRICH – Nach dem Kurssturz an den amerikanischen und japanischen Börsen setzt sich der Ausverkauf der Finanztitel in der Schweiz heute unvermindert fort. Alle Bankaktien starteten mit hohen Verlusten in den Tag.
Die Titel der Grossbank UBS fielen im frühen Handel bis 9.20 Uhr um 7,2 Prozent auf 18,01 Franken. CS verloren 4,8 Prozent, Julius Bär 5,6 Prozent.
Kräftige Verluste verzeichneten erneut auch die Versicherungstitel: Swiss Re gaben um 6,7 Prozent nach, Swiss Life stürzten 5,0 Prozent nach unten, Zurich 3,0 Prozent und Bâloise 2,5 Prozent. Der SMI fiel insgesamt um 3,6 Prozent.
Nachdem die US-Börsen gestern den fünften Handelstag in Folge kräftige Verlusten verzeichnet hattten, steigerten die Panikverkäufe in Tokio die Nervosität der hiesigen Anleger zusätzlich. Der Nikkei brach bis Börsenschluss knapp 9,4 Prozent ein. (SDA)










