Einkaufstourismus legt weiter zu Wieder 16 Prozent mehr

Singen, Weil am Rhein, Lörrach: Die Schnäppchenjagd im benachbarten Euro-Deutschland ist beliebter denn je.

In Grenzorten wie Konstanz (Bild) rechnet bereits mit einem Ansturm vom Einkaufstouristen am Wochenende. play
In Grenzorten wie Konstanz (Bild) rechnet bereits mit einem Ansturm vom Einkaufstouristen am Wochenende. Keystone

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Das zeigen Zahlen der beiden Hauptzollämter Singen und Lörrach zu den ersten drei Quartalen 2014, die BLICK exklusiv vorliegen.

Resultat: Von Januar bis September stempelten die Zollämter im Gebiet von Konstanz bis zum Basler Rheinknie 11,6 Millionen Ausfuhrscheine ab. Das ist ein Plus von 16 Prozent im Vorjahresvergleich. Gegenüber der gleichen Zeitperiode im Jahr 2010 entspricht dies mehr als einer Verdoppelung.

Mit dem Stempel vom deutschen Zoll auf den grünen Zetteln holen sich Schweizer beim nächsten Einkauf ennet der Grenze die deutsche Mehrwertsteuer von 19 Prozent zurück. Gleichzeitig stiegen auch die Schweizer Mehrwertsteuereinnahmen, die Private auf Einkäufe über der Warenfreigrenze von 300 Franken entrichten müssen. Damit ist klar: 2014 wird ein neues Rekordjahr im Einkaufstourismus.

Letztes Jahr gaben Schweizer fünf Milliarden Franken in Deutschland aus. Dieses Geld fehlt dem Schweizer Gewerbe. «Es ist ein sehr kurzfristiger Egoismus, wenn man beim Einkaufen im Ausland sparen will», sagt SVP-Nationalrat Hans Fehr. Gewerbe und Dorfläden in den Schweizer Grenzregionen kämpften ums Überleben.

Aber was tun gegen die Kauflust im Euro-Ausland?

Für Fehr, der in Eglisau ZH an der Grenze wohnt, ist klar: Die Rückvergütung der Mehrwertsteuer von 19 Prozent muss abgeschafft oder reduziert werden. «So wird der Einkaufstourismus weniger attraktiv.» Das Problem dabei: Um die Mehrwertsteuervergütung zu reduzieren, müsste Deutschland das Gesetz anpassen. Das ist unwahrscheinlich.

Fehr gibt aber nicht auf. «Ich prüfe einen Vorstoss im Parlament», sagt er zu BLICK.

Andere Politiker sind ebenfalls aktiv. FDP-Ständerat Hans Altherr lancierte eine parlamentarische Initiative. Sie soll ausländische Firmen dazu zwingen, Schweizer Firmen zu gleichen Preisen wie im Ausland zu beliefern. CVP-Nationalrätin ­Viola Amherd schlägt mit einer Motion in dieselbe Kerbe. Der Konsumentenschutz sondiert offenbar den Weg einer Volks­initiative.

Publiziert am 25.10.2014 | Aktualisiert am 25.10.2014
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  • Iris  Schipke , via Facebook 26.10.2014
    Er prüft um es abzuschaffen....Schafft endlich die Irren hohen Mieten ab,macht KK Prämien bezahlbar,runter mit den Preisen an Waren,oder macht eine Lohnerhöhung für alle.Eine Familie mit einem Verdiener kann das alles nicht mehr bezahlen,ansonsten sitzen sie auf der Strasse,aber wen kümmert das schon! Einige wenige da oben denken kurzfristig,nicht das Volk!
  • Fritz  Frigorr , via Facebook 26.10.2014
    Schon komisch, ausgerechnet einer von der SVP verlangt da von Deutschland, dass das MWst-Gesetz geändert werden soll. Andererseits meint die SVP, die Schweiz sei so groß-mächtig, dass sie sich von Niemanden etwas vorschreiben lassen soll. Tja Herr Fehr, wenn es ums Eigene geht, dann vergisst das kleine Hirn schnell, und das Maul wird noch größer.
  • Justicia  Schweizer 26.10.2014
    Was kauft Ihr eigentlich in Deutschland ein???? Die Deutschen Läden Lidel, Aldi, Tschibo, Müller sind doch schon längst hier angekommen!
  • Heinz  Knauser aus Bern
    26.10.2014
    Ja selbst ein Politiker kaufte sein Einfalien Haus in Deutschland.
    Geliefert und auf gestellt in der Schweiz.
    Sicher nur wegen der Qualität.
  • Daniel  Hofmann aus Privat
    26.10.2014
    Nun jene die gegen die EU, gegen Einwanderung Fremder sind, müssen die Waren aus der Schweiz kaufen, nur im Notfall über Schweizer Händler aus dem Ausland. Denn Schweizer die im Ausland kaufen gefährden die Schweizer Wirtschaft und den WOHLSTAND! Wenn Schweizer Firmen mit den Preisen runter müssen, wie sollen dann noch die Hohen LÖHNE gezahlt werden? Dann muss Personal entlassen werden, Löhne gekürzt werden, der Wohlstand ist gefährdet!
    • Iris  Schipke , via Facebook 26.10.2014
      Hören Sie doch auf mit den hohen Löhnen,dass zieht schon lange nicht mehr,wir zahlen allein schon für Miete und KK Prämie mehr als die Hälfte unser ach so hohen Löhne.Und Lohnerhöhungen? Wer bekommt denn diese? Die aller wenigsten von uns.Also irgendwo spart das Volk ein,um oben genanntes zu bezahlen! So einfach ist das....