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Hier finden reuige Steuersünder Hilfe. (ZVG)
So etwas hat Christopher Steckel noch nie erlebt: «Wir erhielten in den letzten Wochen weit über hundert Anrufe. Täglich.» Er arbeitet bei der Beratungsfirma KPMG in Zürich und leitet das «German Tax & Legal Center».
Das ist die Anlaufstelle für reuige Steuersünder aus Deutschland. Steckel erlebt hautnah, was in diesen Menschen im Moment vorgeht: «Die meisten sind enorm aufgewühlt. Sie haben existenzielle Angst vor einer Anklage oder einer Gefängnisstrafe.»
Als in Deutschland vor zwei Wochen zum ersten Mal über die Daten-CD berichtet wurde, begann der Ansturm: «Das hat eingeschlagen wie eine Bombe. Wahnsinn!», so Steckel. Von überall riefen die Leute an. Um anonym zu bleiben häufig auch aus Telefonzellen. «Einer kam sogar bei mir zu Hause vorbei und klingelte mich morgens um 1 Uhr aus dem Bett», erzählt Steckel.
Bis zu dreistellige Millionenbeträgen
Die Bandbreite der Hilfesuchenden ist riesig: Alte Damen, ganze Familien oder Firmen. Dasselbe Bild bei den Summen des Schwarzgeldes: Sie reichen von 200000 Franken bis hin zu dreistelligen Millionenbeträgen.
Im Moment hat der Ansturm etwas nachgelassen: «Doch diese Ruhe ist trügerisch», sagt Steckel, «tauchen weitere Daten auf, geht es wieder los.»
Ansturm dank Werbung
Den Ansturm hat KPMG auch der Werbung zu verdanken. Tippt man bei Google Begriffe wie Selbstanzeige, Steuern und Deutschland ein, erscheint eine Textwerbung mit Link: «Selbstanzeige, Beratung und Begleitung aus der Schweiz heraus», steht da.
Für Firmen wie KPMG ist das ein gutes Geschäft. Vertraut der Steuersünder die Legalisierung seines Schwarzgeldes einer solchen Firma an, schlägt das mit zig Beraterstunden zu Buche.
Der Arbeitsaufwand ist enorm: Denn bei einer Selbstanzeige muss die Steuervergangenheit über die letzten zehn Jahre aufgearbeitet werden. Denn so weit zurück kann ein Steuersünder belangt werden.
Steuerberater Steckel legt Wert auf die Feststellung: «Wir helfen unseren Kunden, ihr Vermögen zu legalisieren. Wir bieten nicht Hand, die Gelder besser zu verstecken.»
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«Steuersünder haben Angst vor einer Anklage oder einer Gefängnisstrafe», sagt KPMG-Christopher Steckel. (zvg)