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Otto Ineichen ärgert sich über Lehre auf Hochschulstufe. (Foto: RDB/Philippe Zinniker)
FDP-Nationalrat Otto Ineichen (69, LU) ist alarmiert. «Das ist ein Angriff auf unser erfolgreiches duales Bildungssystem mit Ausbildung im Lehrbetrieb und Berufsfachschule», sagt er zu BLICK.
Er spricht das neue Papier der Denkfabrik Avenir Suisse zur Berufsbildung an. Vorgeschlagen wird da etwa die Einführung einer Lehre auf Hochschulstufe. Maturanden sollen mit einem Betrieb einen Lehrvertrag abschliessen können. Die schulische Ausbildung übernehmen die Fachhochschulen statt die Berufsfachschulen.
«Das ist eine völlig unnötige Verakademisierung des Bildungssystems», warnt Unternehmer Ineichen. Diese «Lehre auf Maturstufe» werte indirekt die handwerklichen Berufe ab.
Und sie verschärfe ein bestehendes Problem: «Zwischen 4000 und 5000 handwerkliche Lehrstellen konnten dieses Jahr nicht besetzt werden.» Weil handwerkliche Berufe nicht in seien. Und weil schwächere Sekschüler, obwohl sie handwerklich gut sind, keine Lehrstelle fänden: «Der Lehrmeister hat Angst, dass sie es schulisch nicht schaffen», sagt Ineichen. Folge: «Pro Monat werden in der Schweiz zwischen 700 und 800 Handwerker aus dem EU-Raum engagiert.»
Was es brauche sei eine Offensive fürs Handwerk: «Wir müssen das Image des Handwerks verbessern», sagt Ineichen. Er ist überzeugt: «In fünf Jahren werden Top-Handwerker genauso viel verdienen wie Lehrer.»
Mit seiner Stiftung Speranza will Ineichen zudem schwächeren Sekschülern gezielt schulische Nachhilfe bieten. Ein entsprechendes Projekt soll nächstes Jahr starten.