Dreckige Wäsche bei Calida: Verwaltungsrat will noch-CEO Sulzberger ganz los werden

Der Wäschehersteller Calida will den abtretende Calida-Chef Felix Sulzberger jetzt auch noch aus dem Verwaltungsrat werfen. Das wurde heute mit der Publikation der GV-Traktanden öffentlich. Der Streit läuft damit auf einen Showdown im April hinaus.

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Der Verwaltungsrat von Calida will den noch-CEO Felix Sulzberger los werden. Keystone/Ennio Leanza

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Er führte Calida 14 Jahre lang – und baute den biederen Unterwäscheehersteller um zu einer internationalen Modemarke mit eigenen Shops. Felix Sulzberger (65) tritt auf Anfang April 2016 als Chef der Calida Gruppe zurück. Er war mit der neuen Ausrichtung des Unternehmens nicht einverstanden. Nun will der Verwaltungsrat Sulzberger auch nicht mehr unter sich haben.

Aber: Die zweitgrösste Calida-Aktionärin, die luxemburgische Investorengruppe Micalux, möchte, dass die Generalversammlung vom 21. April Sulzberger für ein weiteres Jahr in den Verwaltungsrat wählt.

Seine Wiederwahl sei für die Kontinuität im Verwaltungsrat wichtig. Sulzberger ist seit 2008 auch Mitglied des Calida-Verwaltungsrates. Anfang März erklärte er an der Bilanzmedienkonferenz gegenüber BLICK, dass er das Amt im Falle einer Wiederwahl annehmen würde.

Verwaltungsrat ist gegen Sulzberger

Doch daraus soll nichts werden: Der Verwaltungsrat lehnt den Antrag von Micalux einstimmig ab, teilte Calida am Mittwoch mit. Das Gremium begründe dies mit der Uneinigkeiten über den Kurs, der das Unternehmen einschlagen soll. Entscheiden werden am 21. April die Aktionäre.

Sulzberger wollte mit dem Unternehmen weiterhin schnell wachsen. Der Verwaltungsrat hingegen tritt auf die Bremse. Erst will man die aufgekauften Marken stärken. Das führte zum Zerwürfnis. Mit dem neuen Chef Reiner Pichler (53) will der Verwaltungsratauf ein solides und organisches Wachstum setzen, wie es in der Mitteilung heisst. Akquisitionen sollen zwar geprüft werden, stünden aber nicht im Fokus. 

Vom reinen Wäschehersteller zum Gartenmöbelvertrieb

Calida ist heute viel mehr als nur ein Unterwäsche- und Pyjamahersteller. Die Marke Aubade verkauft Luxuslingerie, die Sparten Millet (zu der auch Lafuma und Eider gehören) und Oxbow sind auf Outdoorbekleidung beziehungsweise Surfbekleidung spezialisiert, die Furniture Division produziert und vertreibt Gartenmöbel.

Die luxemburgische Investorengruppe Micalux hält rund 16 Prozent der Calida-Aktien. Mit einem Anteil von über 34 Prozent grösste Aktionärin der Calida Gruppe ist die Familie Kellenberger, eine Gründerfamilie der 1941 geschaffenen Strickwarenfabrik Sursee AG.

Publiziert am 23.03.2016 | Aktualisiert am 23.03.2016
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