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Sally Bott (60) ist die Boni-Fee bei der UBS: Sie bewilligt den Lohn des Verwaltungspräsidenten. Sie legt fest, wie viel Fixlohn und wie viel Bonus die Konzernspitze erhält. Sie bespricht mit dem VR-Präsidenten, wie viel Lohn UBS-Chef Oswald Grübel bekommt. Für all diese Entscheidungen steht sie gerade. Mit ihrer Unterschrift im Geschäftsbericht, der gestern veröffentlicht wurde.
Seit Oktober 2008 sitzt Sara «Sally» Bott im Verwaltungsrat der UBS und im Kompensationsgremium, das die Boni verteilt. Seit April 2009 leitet Bott dieses Komitee. Ihm gehören zwei weitere UBS-Verwaltungsräte an: Ex-Nationalbank-Vize Bruno Gehrig sowie Ex-BMW-Chef Helmut Panke.
Trotz 2,7-Milliarden-Verlust der UBS waren sie grosszügig. Auch bei ehemaligen Mitarbeitern, die sich nicht mit Ruhm bekleckert haben. Und selbst dann, wenn es keine vertragliche Zahlungspflicht gab – also freiwillig.
3,3 Millionen für Kurer «waren angemessen»
Zum Beispiel bei Peter Kurer. «Nach Beurteilung seiner Amtszeit als Verwaltungsratspräsident» hielt es das Komitee «für angemessen», ihm 3,3 Millionen in die Pensionskasse einzuzahlen. Eine weitere Million gab man Kurer «für laufende Beratungsdienstleistungen und Unterstützung bei der Übergabe seines Amtes». Kurz gesagt: 1 Million, um sein Büro aufzuräumen.
Auch mit Oswald Grübel waren Bott und das Komitee grosszügig. Beim Amtsantritt im Februar 2009 erhielt er sein Bonuspaket aus Credit-Suisse-Zeiten mit UBS-Aktienoptionen ersetzt. Für 13,1 Millionen Franken. Dank höherem Aktienkurs ist es heute sogar 24 Millionen wert!
Die Politik wusste von nichts. «Das ist sehr stossend. Die Bank hätte das offenlegen müssen», sagt SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer: «Ein Skandal. Die Steuerzahler wurden an der Nase rumgeführt. Herr Grübel hat sich damit unglaubwürdig gemacht.»
Ein grosses Herz für Banker
Laut Geschäftsbericht hat sich Sally Botts Boni-Komitee 2009 genau 14 Mal getroffen. Pro Sitzung eine gute Stunde. In rund 30 Stunden wurden Löhne und Boni in der Höhe von 12,8 Milliarden Franken verteilt. Pro Stunde 425 Millionen.
Bott gilt als Profi im Personalwesen. Im Hauptberuf arbeitet sie seit 2005 beim Ölmulti BP, ist dort als oberste Personalchefin für 92 000 Angestellte verantwortlich. Eine Führungsperson, die nahe bei den Leuten ist, heisst es. Sie ist Feinschmeckerin, geht gerne ins Theater. Sie setzt sich für Frauenanliegen ein. Kämpft dafür, dass mehr Frauen in die Chefetagen kommen.
Und sie hat ein grosses Herz. Für Banker in Krisenzeiten.