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Die Aktionäre der in Schieflage geratenen UBS haben an der ausserordentlichen Generalversammlung heute in Basel den Weg für den Einstieg neuer Grossaktionäre freigemacht. Weniger deutlich ist die Durchführung einer Sonderprüfung abgelehnt worden.
Der für die UBS wohl wichtigste Punkt, die Erhöhung des Aktienkapitals für den Einstieg von zwei neuen Grossaktionären, wurde mit 599,2 Mio. zu 87,0 Mio. Stimmen deutlich angenommen. Damit entfiel auch die Abstimmung über den Alternativ-Antrag, die Kapitalerhöhung über die bisherigen Aktionäre durchzuführen.
Nicht nur Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel, auch andere Redner machten auf die schwierige Lage der UBS aufmerksam, die 2007 wegen der US-Kreditkrise einen Verlust von 4,4 Mrd. Fr. eingefahren hatte.
Der Singapurer Staatsfonds GIC sowie ein unbekannter Investor aus dem Nahen Osten wollen 13 Mrd. Fr. in die UBS einschiessen. Die GIC wird zur grössten Einzelaktionärin der UBS.
Turbulente Debatte
Luft machten sich die Aktionäre vor allem beim Antrag der Anlagestiftung Ethos für eine Sonderprüfung. Der Verwaltungsrat konnte sich hier eher knapp durchsetzen: Die Sonderprüfung wurde mit 363,1 Mio. Nein- gegen 314,1 Mio. Ja-Stimmen verworfen.
«Nach den massiven Verlusten, die wir erlitten haben, fühlen wir uns berechtigt, vollständige Antworten zu erhalten», begründete Ethos-Chef Dominique Biedermann seinen Antrag. Trotz der Generalversammlung kündigte Ethos am Mittwochabend an, das Thema weiter zu verfolgen.
Zwischenfall mit Trybol-Chef
Erwartungsgemäss mussten sich die UBS-Chefs auch viele wenig freundliche Voten über die Qualität ihrer Arbeit wie auch ihre Lohnbezüge anhören. Ein Aktionär warf ihnen vor die Bank «in ein Casino» verwandelt zu haben. «Normale Büezer» wären schon längst zum Teufel gejagt worden, meinte ein anderer.
Thomas Minder, Trybol-Chef und Initiator der «Abzocker»- Initiative, wurde von Sicherheitskräften gepackt und aus dem Saal gezerrt, als er Ospel ein Buch überreichen wollte. Er habe sich bei Minder dafür entschuldigt, sagte Ospel im Anschluss an die Generalversammlung
Für ein Aktiendividende
Deutlich ruhiger verlief die Behandlung des Traktandums zur Ausschüttung einer Dividende aus neuen Aktien statt Bargeld. Die Aktionäre bewilligten die entsprechende Kapitalerhöhung mit 671,5 Mio. zu 31,8 Mio. Stimmen klar.
Vor den Medien zeigte sich Ospel nach der Generalversammlung erfreut und erleichtert über den Ausgang der ausserordentlichen Generalversammlung. Mit den Entscheiden der Aktionäre bleibe die UBS eine der bestkapitalisierten Banken weltweit. 2008 dürfte ein schwieriges Jahr werden: Nun sei die Bank aber gut kapitalisiert und damit auch «bereit für neue Schocks».
Die Zusammenarbeit mit den neuen Kapitalgebern sei gut, sagte Ospel: Beide hätten den Vertrag letzte Woche unterzeichnet. Die Investoren werden pro UBS-Aktie rund 51 Fr. bezahlen. In den letzten Tagen lag der Börsenkurs bei rund 37 Franken. (SDA)
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