Die teuersten Manager der Schweiz: Wer am meisten Gewinn einsackt

ZÜRICH - Novartis-Chef Joe Jimenez hat das beste Lohn-Leistungsverhältnis aller CEOs der Schweiz. Am schlechtesten schneidet der entlassene Oerlikon-Chef Brice Koch ab.

Brice Koch im Januar 2012 am WEF in Davos (Archiv) play
Der geschasste CEO von OC-Oerlikon, Brice Koch. Die Firma schrieb 418 Millionen Franken Verlust, er sackte 4,2 Millionen Salär ein. Keystone/Patrick B. Kraemer

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Mit 14,3 Millionen Franken ist UBS-Chef Sergio Ermotti der derzeit bestbezahlte CEO der Schweiz. Ebenfalls mehr als 10 Millionen Franken haben die Chefs von Roche, Novartis und Richemont in ihren Lohntüten.

Doch sind sie auch die teuersten Chefs? Nicht unbedingt. Denn im Verhältnis zum Gewinn, den ihre Firmen erzielten, arbeiteten Ermotti & Co. relativ günstig: Ermottis 14,2 Millionen machen nur 0,23 Prozent des 6,2-Milliarden-Franken-Gewinnes der UBS aus.

Novartis-Chef Jimenez hat das beste Lohn-Gewinn-Verhältnis

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Novartis-Chef Joe Jimenez zwackte den Aktionären des Pharmariesen sogar nur 0,07 Prozent vom Gewinn ab. Dank Firmenverkäufen betrug dieser letztes Jahr 17,4 Milliarden Franken, Jimenez verdiente 11,3 Millionen. Damit ist der Amerikaner der günstigste CEO der Schweiz: Kein anderer hat ein besseres Lohn-Gewinn-Verhältnis.

Zur Discount-Fraktion zählen auch die Chefs von Nestlé, Syngenta, Swisscom, Roche und Swiss Re. Ihr Salär verschlingt deutlich weniger als 0,2 Prozent des Unternehmensgewinnes.

Der teuerste Chef wurde entlassen

Weniger vorteilhaft fällt die Rechnung für die Aktionäre von Credit Suisse, OC Oerlikon, Sunrise und Dufry aus. Sie alle schrieben letztes Jahr rote Zahlen, dennoch zahlten sie den Chefs zum Teil fürstliche Saläre.

Das schlechteste Lohn-Gewinn-Verhältnis aller CEO hat OC-Oerlikon-Chef Brice Koch. Der Industriekonzern fuhr letztes Jahr einen Verlust von 418 Millionen Franken ein, dennoch erhielt Koch 4,2 Millionen Franken. Die Quittung erhielt er noch am Tag der Ergebnispublikation: Er wurde entlassen.

Mildernde Umstände für den CS-Chef    

Auf dem Papier noch schlechter fällt die Rechnung für CS-Chef Tidjane Thiam aus. Er läuft aber ausser Konkurrenz. Den CS-Verlust von 2,9 Milliarden Franken brockten ihm seine Vorgänger ein. Und sein Salär von 18,9 Millionen Franken enthält eine Entschädigung von 14,3 Millionen für entgangene Boni bei seinem früheren Arbeitgeber. 

Logitech-Chef Darrell Bracken sieht den Konzern auf Kurs. (Archivbild) play
Logitech-Chef Darrell Bracken sieht den Konzern auf Kurs. (Archivbild) Keystone/Gaetan Bally

Keine mildernden Umstände gibt es hingegen für Bracken Darrell, den Chef von Logitech. Mit einem Lohn von 6 Millionen Franken flossen zwei Drittel des Gewinnes des Computerzubehör-Herstellers in seine Taschen. Damit ist er der teuerste CEO bei den Firmen mit schwarzen Zahlen.

Ebenfalls ein schlechtes Lohn-Gewinn-Verhältnis haben die Chefs der Privatbank Julius Bär, der Finanzfirma GAM und Medizinaltechnikers Straumann. Bär-Chef Boris Collardi kostet die Aktionäre knapp 5 Prozent des Reingewinnes. Die Chef von GAM und Straumann zwacken mehr als 3 Prozent für sich ab.

Publiziert am 29.03.2016 | Aktualisiert am 29.06.2016
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3 Kommentare
  • Franz  Méllet , via Facebook 30.03.2016
    Ich sag zu diesen Typen, es sind Gesellschaftsspalter! Respektiv das System hinter den Leuten, die Ihnen erst solche Summen ermöglicht! Die Auswirkungen resp. die Rechnung dieses Abzockens wird die Gesellschaft psychologisch noch teuer zu stehen kommen, ja, ein Bummerang sondergleichen! Das Ganze unappetlich und auch nicht harmlos!
  • Stefan  Schmidt 29.03.2016
    Das sind die Raubritter der heutigen Zeit. Zusammen mit hochdekorierten Serie-Verwaltungsräten vergnügen sie sich am Honigtopf. Und wenn es einmal kritisch wird, holen sie sich die Eierköpfe von McKinsey & Co. oder zotteln ab zur nächsten "Herausforderung".
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    29.03.2016
    Es ist richtig trist, dass man immer wieder im BLICK solche Abzocker-Figuren sehen muss. Also hat die Abzocker-Initiative rein nichts genützt_es wird einfach ruhig weiter abgezockt.