Formel 1 Die Sauber-Rettung rettet Schweizer Jobs

  • Aktualisiert am 19.01.2012

HINWIL ZH – Seit heute ist klar: Der Sauber-Rennstall ist gerettet. Das freut nicht nur Firmengründer Peter Sauber, sondern auch den Standort Hinwil.

Die Betroffenheit im Zürcher Oberland war riesig: Mit dem rüden Ausstieg von BMW beim Schweizer Rennstall Sauber waren über Nacht auch 430 Stellen in Hinwil bedroht (siehe Video unten). Begründet wurde der Ausstieg nach nur drei Jahren mit einer «neuen strategischen Neuausrichtung» von BMW.

Seit heute Mittag atmet die Schweizer Formel-1-Fangemeinde auf: Der Verkauf des Formel-1-Teams BMW-Sauber ist unter Dach und Fach. Neue Besitzerin ist die Qadbak Investments Limited, eine in der Schweiz ansässige Stiftung. Der Vertrag zwischen der BMW AG und Qadbak, welche die Interessen von gut betuchten Familien im Mittleren Osten und in Europa vertritt, wurde heute Dienstagmittag unterzeichnet.

Über die Kosten der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. «Spiegel.de» spekuliert, dass der Kaufpreis rund 80 Millionen Euro (rund 120 Mio. Franken) betragen haben könnte.

Qadbak übernahm das gesamte Paket von BMW, das heisst 100 Prozent des Teams. Peter Sauber hatte seinen 20-Prozent-Anteil nach dem bekannt gewordenen Ausstieg von BMW an die Bayern abgetreten. Der Kauf des Formel-1-Rennstalls ist nicht die erste Aktion von Qadbak im Sportsektor. Im Juli hatte das Unternehmen mit der Übernahme des englischen Viertligisten Notts County, bei dem der frühere englische Nationalcoach Sven-Göran Eriksson als Manager amtet, für Aufsehen gesorgt.

Rennbewilligung steht noch aus

Der Standort Hinwil ist gesichert. Trotzdem werde es zu Kündigungen kommen, zitiert «Tagesanzeiger.ch» Peter Sauber.

Wieviele Jobs gestrichen werden, hängt sicher auch davon ab, ob der Rennstall eien Formel-1-Lizenz erhält. Denn heute gab der Weltverband FIA die 13. und vorläufig letzte Rennlizenz an das englische Lotus-Team. Doch der Verband hat bereits angekündigt, dass sie zugunsten des Schweizer Rennstalls die Anzahl Teams auf 14 erhöhen will. Sollte das entsprechende Gesuch scheitern, besteht für Sauber immer noch Hoffnung: Wenn eines der neuen Teams Campos, Manos, USF1 den Einstieg nicht schafft, wird Sauber nachrücken.

Gründer Peter Sauber ist zuversichtlich, dass sein Lebenswerk weitergeht und auch in der nächsten Saison im Formel-1-Zirkus mitspielt. (SI/zum)

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