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Vergangene Woche berichtete cash über den Einbruch der Briefmenge bei der Schweizer Post. Im Zuge der Wirtschaftskrise ist der Briefversand in der ersten Jahreshälfte 2009 um 5 Prozent überdurchschnittlich stark zurückgegangen.
Die Folge: Gegenwärtig bauen Mitarbeiter Ferien und Überzeit ab, und es werden weniger temporäre Arbeitskräfte beschäftigt. «Das sind Sofortmassnahmen, um die Produktionskapazitäten an die sinkenden Sendungsmengen anzupassen», sagt Post-Sprecher Richard Pfister.
Allerdings werden diese Massnahmen nicht reichen, denn die Lage bei der Postverteilung hat sich im Juli offenbar weiter verschärft. Das hat cash von Briefträgern erfahren, die vor allem in ländlichen Regionen ihren täglichen Dienst quasi an der Front verrichten. Die Briefträger berichteten, wie sie und viele ihrer Kollegen in den vergangenen Wochen immer öfter früher in den Feierabend geschickt wurden – aus Mangel an Arbeit.
Wer ins Minus rutscht, dem wird geholfen
Direkte Folge der fehlenden Arbeit: Die Pöstlern rutschen im Rahmen ihres Jahresarbeitszeitmodells überdurchschnittlich stark ins Minus. Wie viele der insgesamt rund 16000 in der Briefzustellung Beschäftigten betroffen sind, konnte Post-Sprecher Pfister nicht sagen.
Wie cash in Erfahrung bringen konnte, verschenkt die Post beispielsweise alle Minusstunden, die das Maximum von 50 Stunden überschreiten, wenn die Betroffenen bis zum Saldierungsstichtag keine Gelegenheit hatten, diese abzuarbeiten. Pfister bestätigt diese Information. Das Jahresarbeitszeitmodell in der Briefzustellung sieht eine Saldierung per Ende Oktober vor.
Zudem mögliche Massnahmen seien Anreize für unbezahlten Urlaub oder die Reduktion von Arbeitspensen zu schaffen. In den letzten Monaten wurden zum Beispiel Informationsveranstaltungen für ältere Mitarbeiter durchgeführt, um Wege in den Frühruhestand aufzuzeigen.
Die Lage ist ernst: Stellenabbau wird geprüft
Kurzfristig bleibt die Lage angespannt. Darum prüft die Post, wie viele Stellen nächstes Jahr durch ordentliche Personalfluktuation reduziert werden können und wie viele durch zusätzliche Massnahmen abgebaut werden müssen.
Dass es 500 bis 600 Briefträger bis Jahresende nicht mehr brauche, wie die «Sonntagszeitung» kürzlich schätzte, bestätigt der Post-Sprecher nicht. «Es ist noch zu früh, um zu sagen, wie viele Stellen über das gewohnte Mass hinaus abgebaut werden müssen.»
Zu einem massiven Aderlass könnte es dennoch kommen, wenn die Post das Projekt der maschinellen Postsortierung in den Poststellen umsetzt und die Zustellung der Privatpost auf den Nachmittag verlegt wird. Das Post-Management will im Herbst über das weitere Vorgehen entscheiden.
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Im Zuge der Wirtschaftskrise fehlt Pöstlern die Arbeit. (Keystone)