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<b>Nie mehr Pouletflügeli à discrétion</b> Die traditionelle Grüt Farm zwischen Adliswil und Zürich-Wollishofen muss Ende September Neubauten weichen. (ZVG)
Zum Glück wohnen wir die meiste Zeit in England, da muss mein Mann das Trauerspiel in Zürich nicht täglich ansehen», sagt Jutta Prager (67) heute Morgen zu «Blick am Abend». Ihr Mann Ueli Prager (94) hat 1948 in Zürich mit dem Claridenhof das erste Mövenpick-Restaurant gegründet. Und er ist auch daran schuld, dass noch heute viele Leute «Möwe» falsch schreiben – mit «v».
Doch der Claridenhof ist schon lange zu. Genauso wie das Mövenpick Feldschlösschen an der Zürcher Bahnhofstrasse, das Plaza am Stadelhofen, das Restaurant am Paradeplatz und das Marché im Hauptbahnhof. Mit der Grüt Farm in Adliswil macht am 26. September eines der letzten traditionellen «Möpi-Restis» zu. Sie muss komischfarbenen Neubauten weichen.
«Mit Restaurants verdient man kaum Geld»
«Natürlich ist das Ganze bedauerlich», sagt Jutta Prager. «Zürich war die Wiege von Mövenpick. Wir gehörten zum Stadtbild.» Doch das Ehepaar kann seit dem Verkauf des Unternehmens nicht mehr mitreden.
Bleibt die Frage, warum der Konzern die Restaurants trotz Toplage und starker Marke dichtmachen? «Die Stadtlagen sind heutzutage ein hart umkämpftes Feld mit schwierigen Bedingungen, vor allem was die Mietpreise angeht», sagt Mövenpick-Restaurant-Chef Oliver Altherr. «Der Fokus liege nun auf Flughafenstandorten und im Ausland.» Hier pflichtet Jutta Prager bei: «Mit Restaurants verdient man kaum noch Geld.»
Laut Experten ist auch die nachlassende Innovationskraft Schuld. «Mövenpick waren die ersten, die Meeresfrüchte in die Schweiz brachten», sagt Urs Heller, Chefredaktor der Gastro-Fibel «GaultMillau». Auch Klassiker wie Riz Cazimir oder Beef Steak Tatar gehen auf Prager zurück . «In letzter Zeit hat Mövenpick die Restaurants ein bisschen vernachlässigt.»
Mövenpick-Altherr verspricht aber: «In Zürich sind 2011 neue Projekte geplant.»