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Bald Ende Feuer? Raffinerie der Schweizer Firma Petroplus. (sda)
Petroplus steht vor der Pleite, doch mit der Aktie des Schweizer Raffinerie-Konzerns lässt sich noch Geld verdienen. Und das wird ganz offensichtlich auch versucht. Denn das Handelsvolumen mit diesem Zockerpapier ist im Vergleich zu früher massiv gestiegen.
Über die letzten Tage legte die Petroplus-Aktie richtige Bockssprünge hin. Rauf, runter – oft im zweistelligen Prozentbereich. Als letzte Woche Gerüchte auftauchten, es gebe einen Käufer für den maroden Betrieb, stieg der Kurs innerhalb einer Wochenfrist sogar um über 370 Prozent. Eine Einladung zum Zocken – mit dem Risiko, alles zu verlieren. Heute wurde der Kurs durch die Meldung befeuert, es gebe einen weiteren Interessenten (siehe Kasten unten).
Konkursverwalter müsste Antrag stellen
Von Banken ist zu dieser derzeit hochspekulativen Aktie kein Tipp mehr zu erhalten. Bei PostFinance heisst es: «Unsere Kunden kaufen Aktien selbständig am PC. Wir stellen ihnen elektronische Hilfsmittel zur Verfügung, geben aber keine Empfehlung ab.»
Doch wie lange bleibt die Aktie noch an der Börse? Selbst wenn kein Käufer für die Firma auftaucht, kann das dauern. Der Konkursverwalter müsste zuerst einen Antrag stellen. Denn die Inhaber sollen die Möglichkeit haben, ihre Aktien noch abzustossen. Die Frage bleibt dann aber, wer solche Aktien überhaupt kaufen will.
Die amerikanische Gruppe Global Emerging Markets (GEM Group) zeigt Interesse daran, in den insolventen Raffineriebetreiber Petroplus zu investieren. GEM wolle die fünf Petroplus-Standorte neu beleben, teilte der französische Gewerkschaftsbund der Raffinerie in Petit-Couronne mit.
Zwei Vertreter der GEM-Gruppe hätten am Dienstag die Raffinerie besucht sowie die lokale Direktion und Vertreter der Gewerkschaften getroffen. «Die GEM-Gruppe zeigt sich bereit, Petroplus mit 1,4 Mrd. Franken zu rekapitalisieren», sagte ein Sprecher des Gewerkschaftsbunds CGT-CFDT-CFE/CGC am Mittwoch.
Gemäss den Gewerkschaften positioniert sich die GEM-Gruppe als Investor mit Unterstützung von europäischen Banken. Ausserdem will die Gruppe die Hilfe eines Ölkonzerns holen, um die fünf Standorte Petit-Couronne (FR), Anvers (BE), Cressier (CH), Coryton (GB) und Ingolstadt (DE) neu zu beleben. (SDA)
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