Die drei Yooture-Gründer: Online-Dating für die Jobsuche

Die drei Yooture-Gründer liessen ihren Arbeitsplatz bei der UBS sausen: Sie wollten eine App entwickeln, mit der die Suche nach einem neuen Job einfacher wird.

Seit März steht ihre App für den Download bereit: Claudio Lehmann (39), Dominik Bartholdi (42) und Martin Scherrer (42, von links). play

Seit März steht ihre App für den Download bereit: Claudio Lehmann (39), Dominik Bartholdi (42) und Martin Scherrer (42, von links).

Michele Limina

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Tarn-Taxen So tricksen Uber-Fahrer
2 Swiss-CEO Thomas Klühr (53) «Pünktlichkeit können wir bei der SBB lernen»
3 Grossaktionär kritisiert CS-Boss Tidjane Thiam muss netter werden!

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
30 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

Es begann mit einem Essen. Vor zwei Jahren trafen sich Claudio Lehmann (39) und Martin Scherrer (42) zum Lunch. Thema: ihr Job. Nach mehr als acht Jahren bei der Grossbank UBS war es Zeit für eine Ver­änderung. Beide wollten etwas Neues machen. Die Frage war nur: Was?

Beim Dessert berichtete Lehmann von seiner Idee, eine Jobsuche-App zu entwickeln, die ähnlich funk­tioniert wie eine Dating-App. Statt mühsam nach Stellen zu suchen, soll die App passende Jobs vorschlagen. Ein Online-Dating für Arbeitsplätze sozusagen.

Scherrer war sofort begeistert. Die zukünftigen Partner trafen eine Vereinbarung: zwei Nächte darüber schlafen und –  sollte das Interesse noch da sein – umgehend ihre Bankjobs an den Nagel hängen.

Heute sind sie bei Yooture.com zu dritt. Dominik Bartholdi (42) ist ebenfalls ein ehemaliger UBS-Kol­lege. Seit März kann die App des Trios im Apple Store heruntergeladen werden. «Wir zählen bereits 4000 Downloads», so Lehmann.

Dass sie ihren sicheren Job gegen eine ungewisse Zukunft eingetauscht haben, sei der beste Entschluss ihres Lebens gewesen, sagen die drei unisono.

«Wir können selber entscheiden, was wir wie machen wollen», sagt Lehmann. Und: «Es ist schön zu sehen, wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein Produkt entstanden ist.»

Da es für ein «Date» nicht nur Stellensuchende, sondern auch Stellenanbieter braucht, sind die drei Yooture-Inhaber derzeit daran, Unternehmen für ihre App zu akquirieren. «Das Echo ist sehr gut», sagt Lehmann.

Die Suche nach Kandidaten sei für viele Firmen sehr zeitaufwendig. Nur wenige fänden den perfekten Kandidaten, erklärt der Start-up-Gründer. Gerade im technischen Bereich erhalten Unternehmen auf Inserate oft gar keine Bewerbung mehr. Lehmann: «Mit dieser Art von Stellenausschreibung sparen Firmen Zeit und können potenzielle Kandidaten direkt angehen.»

Dank einer Partnerfirma greift Yooture bereits auf mehr als 100'000 Stellen­angebote zurück. «So können wir den Stellensuchenden schon heute auf ihre Fähigkeiten und Interessen zugeschnittene Jobs vorschlagen», sagt Lehmann.

Wie bei einer Dating-App muss der Stellensuchende auch bei Yooture seine Stärken angeben. Gefragt wird nach Ausbildung, Erfahrung, Kompetenz, Sprachen und Passion. Das Profil bleibt anonym, bis der Kandidat mit einem Unternehmen in Kontakt tritt.

Findet die App anschliessend eine Übereinstimmung, den sogenannten Match, mit einem von den Stellenanbietern gesuchten Profil, empfängt der Bewerber eine Meldung. Dann kann er über die App direkt mit der jeweiligen Firma kommunizieren. 

Publiziert am 12.07.2015 | Aktualisiert am 12.07.2015
teilen
teilen
30 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden
 

Sabine Kohler über die Yooture-App

«Bei der Stellensuche werden digitale Medien immer wichtiger. Die klassische Bewerbung im Plastikmäppli hat ausgedient. Damit sich die App aber erfolgreich etabliert, braucht es viele Unternehmen, die mitmachen.» l Sabine Kohler (40) ist Beraterin beim Headhunting-Unternehmen Bjørn Johansson Associates AG

Jobs wandern ins Internet

Der Grossteil ihrer offenen Stellen schreiben Unternehmen heute nicht mehr in der Zeitung aus, sondern im Internet. Eines der grössten Online-Stellenportale ist jobs.ch. Das Portal gehört zu Jobcloud, an dem Ringier und Tamedia zu je 50 Prozent beteiligt sind. In den letzten zwölf Monaten wurden auf jobs.ch durchschnittlich mehr als 30'000 Stelleninserate veröffentlicht.

TOP-VIDEOS

3 Kommentare
  • Stefan  Steffen 13.07.2015
    Schön, wenn man bei der UBS soviel verdient, dass man nach 8 Jahren mal was Neues machen kann....
  • Lapu  lapu 12.07.2015
    Den ziemlich sicheren Job bei der UBS gekündigt NUR um eine App zu entwickeln und zu vermarkten? Und denn Erlös dann noch durch 3 zu teilen? Natürlich glaube ich das. Ich glaube alles was man mir sagt, auch dass die Erde eine Scheibe ist.
    • Toni  Brunner aus Dasmarinas/Cavite/Philippines
      13.07.2015
      "ziemlich sicheren Job bei der UBS"...? Den müssen Sie mir aber erst mal zeigen.