Adoboli «grob» und «unfreundlich» Die andere Seite des UBS-Betrügers

LONDON - Heute sagte ein Ex-Arbeitskollege von Kweku Adoboli vor Gericht aus. Er widersprach den bisherigen Darstellungen über den UBS-Betrüger.

  • Publiziert: 04.10.2012

Er war «grob», aber auch ein «Star»: So hat ein ehemaliger Arbeitskollege den in London angeklagten Ex-UBS-Händler Kweku Adoboli beschrieben. Damit widersprach er bisherigen Zeugen, die den Angeklagten als freundlichen und zugänglichen Team Player darstellten.

Der heute vor das Londoner Gericht zitierte Zeuge war das jüngste Mitglied des vierköpfigen Teams um Adoboli. Dieses war innerhalb der UBS-Investmentbank für den Handel mit Exchange Traded Funds (ETF) zuständig.

Der Franzose sagte aus, dass die Abteilung zunächst hoch rentabel gewesen war. In der ersten Hälfte von 2011 hätten die beiden Chefhändler, Kweku Adoboli und John Hughes, vor allem durch Eigenhandel rund 70 Mio. Dollar erwirtschaftet.

Adoboli galt als überlegen

Andere Händler seien deshalb zu ihnen gekommen und hätten um Tipps gefragt. «Sie waren die Stars auf dem Börsenparkett», sagte der Zeuge.

Ansonsten zeichnete er ein eher schlechtes Bild des Angeklagten, von dem er ab Juni 2010 ausgebildet worden war: Er sei ziemlich grob und unfreundlich gewesen und gab sich überlegen. «Eine Regel war, nie dieselbe Frage zweimal zu stellen», sagte er. Oft habe Adoboli ihn nach einer Frage mit Schweigen bestraft.

Der 32-jährige Adoboli wurde im September 2011 in London wegen Betrugs und falscher Buchführung verhaftet. Er soll mit Fehlspekulationen der UBS einen Verlust von 2,3 Mrd. Dollar beschert haben. Er hat auf «nicht schuldig» plädiert. (SDA/num)

Alle Kommentare (1)

  • Spencer  Buzz , Zürich , via Facebook
    Lächerlicher Typ, von der Sorte kenne ich auch einige. Selbstüberschätzung pur. Jeder bekommt zum Glück, was er verdient.

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