Dicke Post für Post

  • Publiziert: 20.04.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – 100 Millionen Franken weniger Gewinn. Das erwartet der neue Post-Chef fürs neue Jahr. Schuld daran: die Wirtschaftskrise und die billigere Briefpost.

Der neue Post-Chef Michel Kunz erwartet für dieses Jahr erneut einen Gewinnrückgang von fast 30 Prozent auf 600 Mio. Franken. Schuld daran seien neben der Wirtschaftskrise die Preisnachlässe bei der adressierten Briefpost ab dem 1. Juli.

»Das allein bedeutet dieses Jahr gegen 100 Mio. Franken weniger für uns als geplant», sagte Kunz in einem Interview gegenüber der Aargauer Zeitung.

Im ersten Quartal habe unter anderem die Anzahl Einzahlungen abgenommen. Er gehe ausserdem davon aus, dass die Briefsendungen zurückgegangen seien, vor allem die adressierte Werbepost. Auch bei den Paketsendungen rechne er mit einer Abnahme.

Kunz sagte weiter, er habe nicht die Absicht, das Poststellennetz noch weiter zu straffen und Poststellen ersatzlos zu schliessen.

Am Sonntagabend hatte Verwaltungsratspräsident Claude Béglé Vorbehalte gegenüber einer allfälligen Schliessung von Poststellen geäussert. Er sei einer «zu starken Reduktion der Zahl der Postbüros nicht sehr gewogen», sagte er in einem Interview.

Das Poststellennetz koste zwar, doch es stelle auch einen Wert dar, sagte Béglé am Sonntagabend im Westschweizer Fernsehen TSR. Er habe verlangt, dass bei den Restrukturierungen etwas langsamer vorgegangen werde. (SDA)

play Der neue Post-Chef: Michel Kunz. (Keystone)

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