Dank Schweizer Daten-CDs Deutschland nimmt 2,5 Milliarden Euro ein

  • Publiziert: 24.08.2012
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Finanzminister von Nordrhein-Westfalen und SPD-Politiker Norbert Walter-Borjans.

(WAZ FotoPool)

Das Schreckgespenst der Schweizer Banken, Norbert Walter-Borjans, beziffert in einem Interview den Erfolg der Steuer-CD-Käufe. Und der kann sich sehen lassen!

«Einschließlich der Selbstanzeigen haben wir mehr als 2,5 Milliarden Euro eingenommen», sagt Norbert Walter-Borjans im Gespräch mit dem deutschen «Handelsblatt».

Offenbar stammen 2 Milliarden Euro von Steuersündern, deren Daten auf Steuer-CDs gefunden wurden und 500 Millionen von jenen, die sich durch die Berichterstattung über neue CD-Käufe einschüchtern liessen und sich danach selbst anzeigten.

Die Bayern wollen nicht mehr mitmachen

Die CD-Deals waren bislang eine lukratives Geschäft für die Deutschen, denn diesen Zahlen stehen Investitionen von lediglich 8,9 Millionen Euro gegenüber. So viel haben laut Walter-Borjans Bund und Länder bislang für den Erwerb von fünf Steuerdaten-CDs bezahlt.

Im Vergleich zum geschätzten Betrag deutscher Vermögen, die unversteuert auf Schweizer Bankkoten liegen, sehen die 2,5 Milliarden mickrig aus. Laut Experten handelt es sich dabei um 500 Milliarden Euro.

Sowohl die Kosten als auch die Erträge der Daten-CDs wurden auf die einzelnen Bundesländer verteilt.

Inzwischen hat aber Bayern angekündigt, sich künftig nicht mehr an solchen Kosten zu beteiligen, was Walter-Borjans ziemlich ärgert: «Das halte ich für eine temporäre Vergiftung der Atmosphäre. Aber wenn wir Ermittlungsergebnisse haben, werden die genauso an die Länder verteilt wie immer.»

Vorwürfe an Wolfgang Schäuble

Im Interview betonte der SPD-Politiker nochmals, dass seine Partei im November das Steuerabkommen mit der Schweiz in der Länderkammer ablehnen werde.

Dabei erhob er auch schwere Vorwürfe an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): «(Er will) das Steuerabkommen mit der Schweiz gar nicht einmal, um seiner Klientel etwas Gutes zu tun. Er wollte nur mal wieder einen Erfolg aufweisen.»

Darauf angesprochen, ob er Schäubles Nachfolger werden wollen, entgegnete Walter-Borjans: «Auf Bundesebene etwas durchsetzen will ich natürlich. Da fallen wichtige Entscheidungen. Dafür muss man aber nicht Bundesfinanzminister sein.»

Am Freitagabend tritt er in der TV-Arena des Schweizer Fernsehens auf. Dort muss er sich der Kritik von Finanzplatz-Experte Pirmin Bischof (CVP) und FDP-Präsident Philipp Müller stellen. (alp)

 

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Gyr
    Bitte Herr Borjans, legen sie uns ein Papier vor das belegt, was Sie da erzählen. Je länger je mehr habe ich das Gefühl, dass uns der Herr, bei jeder Aussage die er macht, uns bzw. den Rest der Welt anlügt. Irgendwie muss er ja sein Handel rechtfertigen. Hoffentlich geht dieser Schuss bald nach hinten los. Ich möchte gerne sein Gesicht sehen, wenn sich herausstellt, dass alles erfunden wurde.
  • Daniel  Muenger , Zürich
    Das sind doch alles nur Behauptungen ohne Beweise. Man hat halt ein bisschen Angst gemacht und gehofft, die Hasenfüsse aus Deutschland würden sich freiwillig melden. Ich glaube davon kein Wort! Der deutsche Betrügerstaat will sich an bereits versteuertem Geld bereichern, nichts anderes.

Alle Kommentare (7)

  • Andy  Lanz
    Ich lese immer nur von Schätzungen. Ich glaube keiner dieser Politiker und Experten wissen genau, wieviel Gelder wo liegen. Ich halte das alles für einen grossen Bluff um Angst zu verbreiten. Die Deutschen wissen ganz genau, dass unsere Regierung zu schwach ist, um sich effizient zu wehren Wenn die Banken leer geräumt sind, werden die Versicherungen und unsere Grossfirmen ins Visier genommen. Man braucht Geld, die Schweiz hat noch.
    • 24.08.2012
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  • René  Müller
    Erstens belegen sie mal diese Zahlen. Zweitens ist es jetzt "legales" Geld. Den wirklich Reichen ist es nun freigestellt, wenn sie von Deutschland wegziehen wo sie ihren Wohnsitz haben. Eine Firma hat es schon gemacht haben. Deutschland ist nicht mehr das "Gelbe vom Ei." Freue mich, dass die grosse Tech. Firma nun in die Schweiz zieht. Ca. 150 Arbeitsplätze. Alles Angestellte im höheren Lohnsegment, die nun bei uns Steuern bezahlen. Danke deutsche SPD
    • 24.08.2012
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  • Aldo  Jöri
    Daten CD kauf müsste legal sein. Es ist zu hoffen dass auch aus Ländern in denen sich verstecktes, nicht versteuertes Schweizer Vermögen lagert, bald öffentlich wird.
    Eigentlich ist es sonderbar dass Hilfe zur Aufklärung von Verbrechen Steuerhinterziehung bestraft wird. wieso sollen solche Verbrechen geschützt werden wenn jeder andere seine Steuern auch korrekt abliefern muss?
  • Werner   Werhub , GloBâle Tuvalu , Vaiaku / Fongafale
    ich garantiereda werden die sog. Finanzplatz-Experte Pirmin Bischof CVP und FDP-Präsident Philipp Müller schlecht aussehen.

    Gruss vom Atoll
    • 24.08.2012
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  • Heinz  Koilinger
    Wieder die üblichen Hasstiraden hier. Nehmt Euch ein beispiel an Singapore. Die werden Steuerhinterziehung und - beihilfe kriminalisieren.
    • 24.08.2012
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