Steuerstreit Deutscher Investor will über UBS auspacken

  • Publiziert: 03.02.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH – In der Steueraffäre mit Deutschland könnte der UBS Ungemach drohen. Offenbar will ein deutscher Kunde gegen die Grossbank klagen.

Sollte sich erweisen, dass die Grossbank systematisch Deutschen geholfen hat, Steuern zu hinterziehen, könnte sie nach dem Fall Birkenfeld in den USA auch in Deutschland in den Hammer der Justiz laufen.

Wie die «Handelszeitung» berichtet, soll die Bank einem reichen Deutschen geholfen haben, einen Scheinwohnsitz in Zürich sowie Stiftungen in Singapur und Panama zu errichten. Das Tarnkonstrukt habe laut den Angaben dazu gedient, in Deutschland Steuern zu hinterziehen. Weil sich der Deutsche wegen Verlusten in Folge der Finanzkrise mit der UBS verkracht habe, wolle er nun auspacken, berichtet die Zeitung. In Frankfurt wolle er Strafanzeige gegen die UBS Deutschland AG einreichen wegen versuchter Nötigung, Betrug und Untreue.

Gemäss Blick.ch vorliegenden Informationen hat der Deutsche seine Steuern bezahlt. Er hatte aufgrund der finanziellen Verluste seines Anlagevermögens aber Scherereien mit den Steuerbehörden.

UBS weist Forderungen zurück


Der Fall sei bei der UBS Deutschland seit 2008 in Bearbeitung, bestätigt die Grossbank. «Die damals vom Kunden erhobene Forderung zum Ausgleich seiner Anlageverluste weist die UBS Deutschland AG zurück.»

Zu den neu erhobenen Vorwürfen bezüglich Steuerfragen und Wohnsitz habe die UBS eine interne Untersuchung eingeleitet, um die damaligen Ereignisse zu überprüfen. «Sollten sich diese Vorwürfe erhärten, wird die heutige Führung von UBS entsprechende Massnahmen ergreifen», teilte eine Banksprecherin schriftlich mit.

Ähnlichkeiten zum Fall Birkenfeld in den USA


Damit stellt sich die Frage, ob der UBS jetzt ein zweiter Fall Birkenfeld ins Haus steht. Der einstige Kundenberater der Grossbank in den USA war im August verurteilt worden, weil er dem Milliardär Igor Olenicoff dabei geholfen hatte, rund 200 Mio. Dollar vor der US-Steuerbehörde auf Konten in der Schweiz und in Liechtenstein zu verstecken.

Dies brachte die Grossbank an den Rand des Abgrunds: Sie musste 780 Mio. Dollar Busse bezahlen und kam nur durch die Auslieferung der Bankdaten von mutmasslichen US-Steuersündern um ein Strafverfahren in den USA herum (Blick.ch berichtete).

In Deutschland dürfte nun in erster Linie der damalige UBS-Kundenberater des reichen Deutschen in die Mühlen der Justiz geraten. Sollte sich aber herausstellen, dass die Bank systematisch Hilfe zur Steuerhinterziehung geleistet hat, könnte auch sie selber ins Visier kommen. (SDA/noo)

play Ex-Kundenberater Bradley Birkenfeld brachte die UBS in den USA an den Rand des Abgrunds. Droht der Grossbank nun ähnliches Unheil aus Deutschland? (Keystone)

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