Deutsche Bank fordert 3,5 Millionen Euro Ackermann weigert sich Boni zurückzuzahlen

Die Deutsche Bank verlangt von früheren Topmanagern einen Teil der Boni zurück. Ex-Chef Josef Ackermann will davon nichts wissen.

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Von 2002 bis 2012 war der Schweizer Josef Ackermann Chef der Deutschen Bank. Keystone

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Die Deutsche Bank steckt tief in der Krise. Letztes Jahr verbuchte das Geldhaus einen Rekordverlust von fast 7,5 Milliarden Franken. Grund sind Altlasten aus der Finanzkrise. Und die Bank kommt aus dem Sumpf nicht raus: In den USA droht dem Institut eine Busse von 14 Milliarden Franken. 

Die Grossbank überlegt sich darum, von früheren Topmanagern einen Teil ihrer Boni zurückzufordern. Deren Entscheidungen hätten zum aktuellen Fiasko geführt, so die Überlegung. Davon betroffen wäre auch der Ex-Chef Josef Ackermann (68). 3,75 Millionen Franken soll er zurückbezahlen. 

Doch der Schweizer denkt nicht daran. «Es ist überhaupt nicht die Rede davon, Boni zurückzuzahlen», sagte er gestern beim Wirtschaftsforum der «Süddeutschen Zeitung». Zudem erklärte er, dass er gar keine Boni zurückzahlen könne – weil er so andere Bankerkollegen unter Druck setzen würde, dies auch zu tun. 

Geht er vor Gericht?

Er habe zudem in der Vergangenheit bewiesen, dass er unter bestimmten Umständen bereit sei, freiwillig seinen Beitrag zur Lösung von Problemen zu leisten. Ob er vor Gericht ziehen würde, wollte Ackermann nicht sagen. 

Zudem steht zur Diskussion, ob die Deutsche Bank zugesprochene eingefrorene Boni, die normalerweise mit Verzögerung ausgezahlt werden, behalten darf. 

Ackermann war von 2002 bis 2012 Chef der Deutschen Bank. Neben ihm hat das Geldhaus fünf weitere Ex-Manager im Visier. Darunter den Ex-Risikochef Hugo Bänziger (60), auch er ein Schweizer, und der frühere Investmentbanking-Chef Anshu Jain (53). Von Jain will die Bank einen zweistelligen Millionenbetrag zurück – die höchste Summe.

UBS-Chef zahlten zurück

Der Fall erinnert an die UBS. Nach Milliardenabschreibern und einem Rettungspaket von Bund und Nationalbank verzichteten 2008 Ex-Chef Peter Wuffli, Ex-Präsident Marcel Ospel, sein Vize Stephan Haeringer und der frühere Finanzchef Marco Suter auf Boni im Wert von insgesamt 45 Millionen Franken. (bam)

Publiziert am 18.11.2016 | Aktualisiert am 13.12.2016
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36 Kommentare
  • Fritz  Frigorr 19.11.2016
    Im Falle Ackermann würde ich nicht nur Boni zurückfordern. Der sollte seine gerechte Strafe für sein abscheuliches Verhalten bekommen.
  • Roland  Benz , via Facebook 18.11.2016
    Wären die Konzernanwälte dazu da, die Firmen sauber zu halten und den Gerichten belastendes Beweismaterial zu übergeben, anstatt beim Gesetze umgehen mitzuhelfen und wären die Gerichte dazu da, dieses Material auch zu verwerten, dann wären die Gefängnisse auf Jahrzehnte ausgebucht. Jeder wusste, was in den Banken vor sich geht und alle haben es toleriert. Solange die Ackermänner nicht verurteilt sind, gibt es keinen Grund, den Aktionären weiteres Geld zu schenken.
  • Hugo  Stettler aus Suhr
    18.11.2016
    Die Sache geht in die richtige Richtung und sollte global aufgerollt werden. Auch in der Schweiz gibt es noch saftige offene Rechnungen, wo ein paar Spitzbuben bei UBS und CS mit Millionenboni jahrelang abzockten. In der Krise fehlte dieses Geld, im einen Fall musste der Staat ins Risiko springen, die Aktionäre waren die Gelackmeierten.
  • Max   Meier 18.11.2016
    Ackermann ist nicht der einzige Versager, welche sich den Sach mit Geld vollgestopft hat - und nun kommt noch Vokkswagen: Alles millionensalär beziehende Versagermanager, und die Zeche zahlt der kleine Mann am Fliessband, der sich knapp seine Billigferien zusammen sparen kann! Es war immer so, es ist so und es wird so bleiben! Was meine Bewunderung bekommt ist die Tatsache, dass solche Flachpfeifen an solche Jobs kommen - Chapeau!
  • Mario  Elser aus Allschwil
    18.11.2016
    Die Deutsche Bank hat mehr als 1000 Rechtsverfahren am Hals.Der Grundstein vieler dieser miliardenteuren Rechtsfälle wurde während der 10-jährigen Wirkungszeit von CEO Josef Ackermann gelegt.Die 3.75 Millionen Fränkli könnte Ex-Deutsche Bank CEO Joe Ackermann wohl locker aus seiner Portokasse bezahlen.Das geht aber leider nicht, weil Joe keine weiteren Banker unter Druck bringen möchte, wahrhaft edle Haltung dieses grossen Bankers. Die unsagbare Bonikultur der Banken gehört endlich abgeschafft.