Konsumentenschützerin Stalder: «Der Sunrise-Orange-Deal ist positiv»

  • Publiziert: 25.11.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH –Der Konsumentenschutz verspricht sich vom Mega-Deal in der Schweizer Kommunikation mehr Wettbewerb zugunsten des Kunden.

«Bis jetzt gab es ja sowieso keinen Wettbewerb», sagt Konsumentenschützerin Sarah Stalder. Die Swisscom diktierte den Takt, die anderen tanzten mit. Das werde sich jetzt hoffentlich ändern. Denn nach der Übernahme von Sunrise durch Orange gibt es einen Anbieter, der gegen die Swisscom antritt.Doch Stalder gibt auch zu bedenken: «Wenn die Übernahme zustande kommt, braucht es auch neue Regeln. Es darf nicht sein, dass die zwei Anbieter die Preise absprechen können. Stalder schlägt vor, dass die Aufsichtsbehörde die Preise festsetzen soll, ähnlich wie das in der EU bereits gemacht wird.Übernahme lähmt zuerstDie grosse Frage bleibt: Was passiert mit den Kunden? Profitieren sie davon? Oder wird jetzt die Preisspirale zum Stillstand kommen, die die Mobilfunktarife nach unten drückt?Klar ist, eine solche Megafusion ist extrem aufwendig. Das bekommen auch die Kunden zu spüren. Weil die beiden Firmen während Monaten vor allem mit sich selbst beschäftigt sind.Entsprechend ist auch der Kommentar der Konkurrenz zu werten: Die Swisscom sieht sich gerüstet. Und: Der Aktienkurs der Swisscom steigt an der Börse.Was passiert mit den Preisen?Cablecom will den Deal noch nicht gross kommentieren: «Es gibt noch zu viele offene Punkte. Für uns ist wichtig, dass der Infrastrukturwettbewerb weiterhin spielt.»Die Gefahr, dass dieser Wettbewerb gebremst wird, ist allerdings gross. Denn die beiden Heiratswilligen wollen mit der Fusion vor allem Kosten sparen. Am meisten Sparpotenzial gibt es bei den Mobilnetzen.Der Internet-Vergleichsdienst Comparis zweifelt, dass der Deal die Preise unter Druck bringt: «Sunrise war bisher der einzige Anbieter, der mit günstigen Abo-Angeboten als Preisbrecher am Markt auftrat. Orange ist fast gleich teuer wie Swisscom. Da Orange Sunrise übernimmt, muss damit gerechnet werden, dass vor allem die Angebotsstrategie von Orange zukünftig verfolgt wird. Die günstigen Sunrise-Angebote könnten längerfristig wegfallen.» (pft)

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