Der legendäre Investor George Soros prophezeit am WEF den Untergang «Die EU wird auseinander fallen!»

Star-Investor George Soros spricht Klartext: Über die Flüchtlings-Krise, Merkels Fehler und Putins perfide Pläne.

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Sieht keine rosige Zukunft für die EU: George Soros. AFP

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Zuerst liess er einen gemischten Salat auftischen, dazu gefülltes Poulet von glücklichen Hühnern und Spinat. Dann prophezeite der legendäre amerikanische Investor George Soros (85) in Davos den Untergang. «Die Europäische Union erlebt derzeit eine grundlegende Krise, die EU wird auseinander fallen», sagte Soros am Donnerstagabend bei einem Nachtessen am Rand des Weltwirtschaftsforums (WEF). Vielen im Hotel Seehof blieb der Bissen im Hals stecken – trotz exzellentem Rioja in den Gläsern.

Wirtschaftlich komme Europa nicht vom Fleck, so Soros. Zudem habe die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (61) mit ihrer Flüchtlingspolitik ihr gesamtes politisches Kapital verspielt. «Merkel hat verloren, weil Deutschland nicht vorbereitet war, eine Million Flüchtlinge ins Land zu lassen», sagte Soros. Er wirkte frischer und klarer als in den Jahren zuvor.

Ist das die Wende in der deutschen Flüchtlingspolitik? 

Nicht nur Europa, auch Russland sieht der in Ungarn geborene Devisenexperte in Gefahr. «Russland und die EU liefern sich derzeit ein Wettrennen wer zuerst untergeht. Es sieht so aus, als ob Europa dieses Rennen gewinnen wird.» Gezielt schade der russische Präsident Wladimir Putin (63) Europa. «Putin will, dass die EU zusammenbricht», so Soros. «Er benutzt die Flüchtlingskrise, um Europa zu destabilisieren.» Da Russland die entscheidende Macht in Syrien ist, werde es für das von fünf Jahren Krieg geschundene Land in absehbarer Zeit keine Lösung geben, befürchtet Soros.

Den jüngsten Absturz an den weltweiten Börsen deutet er als deutliches Zeichen: die Weltwirtschaft befinde sich «in der gleichen Verfassung wie 2008» – als die Finanzkrise begann. «Damals war die Subprime-Krise in Amerika das Problem, heute ist es China». Für die chinesische Wirtschaft erwartet Soros «eine harte Landung».

Wie sollen sich Anleger verhalten? Klartext vom Spekulanten: «Das ist nicht die Zeit, um Aktien zu kaufen. Wer verkaufen muss, der soll das jetzt tun.» Schwarz sieht der Investor insbesondere für Länder, die Rohstoffe exportieren.

Zuletzt äusserte er sich noch über die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA. Er erwartet ein Duell zwischen dem Republikaner Donald Trump (69) und der Demokratin Hillary Clinton (68). Scharf kritisierte er Trump. «Donald Trump geht wie der Islamische Staat vor – er macht auf Panik.» Erfolg werde ihm das keinen bringen, glaubt Soros. «Hillary Clinton wird einen Erdrutschsieg erringen.»

Warum ist Soros so pessimistisch? «Weil Menschen sich leider nicht vernünftig verhalten. Die Angst vor dem Tod untergräbt die Vernunft.»

Zum Dessert liess Soros Crème brûlée und Nusstorte servieren. Den meisten war der Appetit aber bereits vergangen.

Publiziert am 22.01.2016 | Aktualisiert am 16.02.2016
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105 Kommentare
  • Rosmarie  Niklaus , via Facebook 22.01.2016
    wenn ich etwas glaube dann das die EU den Bach runter gespült wird:
  • Benedikt  Jorns , via Facebook 22.01.2016
    Ein Währungsraum kann langfristig nur funktionieren, wenn ein jährlich neu festzulegender Finanzausgleich unter den einzelnen Staaten die sich ergebenden ungleichen Wirtschaftsentwicklungen entschärft. Zudem sind kreative Ideen und konkrete Massnahmen erforderlich, um wirtschaftlich schwache Staaten konkurrenzfähig zu machen.
    Ich bin ein Optimist und sage, die EU wird dies schaffen! Der Wille dazu ist immer noch da. Doch der Weg dorthin ist weit.
  • Mike  Wisler aus cham
    22.01.2016
    ja ja ja ...... die bösen Russen. Der running gag seit 30 Jahren. Der westen plündert, killt und zertsört, schuld daran sind immer die Russen. Hat ja auch perfekt funktioniert bis jetzt. Lieber Herr Soros, wieviel Leute haben Sie mit Ihren Investitionen schon auf die Strasse gestellt, kriege finanziert, und Ihr vermögen mit Lebensmittelspekualtion vermehrt? Wer im Glaushaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
  • Markus  Meier aus Zürich
    22.01.2016
    Tja, wenn mal alle Fakten auf dem Tisch sind ist dieses Urteil schnell gemacht....Letztes Jahr hat der gute George aber noch ganz anders auf CNBC gesprochen....Kein Problem....Hauptsache es gibt genug dumme Kunden welche seinen Ideen folgen....Wir haben jedoch Super Mario, und auf Super Mario ist verlass....Mit der Arbitrage innerhalb der Finanzmärkte lässt es sich sehr gut leben...Ich gehe auf Weltreise, solange diese Länder noch auf der Karte existieren, meine Devisen werden geschätzt!!!
  • Ernest  Blanco 22.01.2016
    Die Russen hätten es in Syrien in der Hand.......Die USA und Ihre Verbündeten haben es genauso in der Hand, den Krieg zwischen der ausschliesslich vom Ausland finanzierten Rebellen und der Regierungsarmee bereits Morgen zu beenden. Dann könnte man gemeinsam den IS bekämpfen und danach freie Wahlen abhalten. Aber der USA passt das nicht und deshalb wird halt weitergekämpft und noch mehrere millionen Flüchtlinge suchen Ihre Zukunft in Europa. Den Preis zahlen die Zivilisten und Europa.