Steuerstreit Datendieb: «Ich war es nicht!»

  • Aktualisiert am 14.01.2012

PARIS – Jetzt meldet sich der Mann, der verdächtigt wird, den Deutschen die geklauten Schweizer Bankdaten für 2,5 Millionen Euro verkaufen zu wollen.

Bei welcher Schweizer Bank müssen die Kunden zittern? Diese Frage steht im Raum, seit die neue Steueraffäre zwischen der Schweiz und Deutschland letzten Freitag losging.

Die «Financial Times Deutschland» brachte die Genfer Niederlassung der Bank HSBC ins Spiel. Dort hat der Ex-Mitarbeiter Hervé Falciani bekanntermassen Daten entwendet und sie den französischen Steuerbehörden zugespielt. Das hat zu massiven Spannungen zwischen der Schweiz und Frankreich geführt.

Hat also Falciani seine Beute ein weiteres Mal verwerten wollen und sie auch noch den Deutschen angeboten? «Ich habe nur mit der französischen Justiz zusammengearbeitet», sagt Falciani zum französischen Medienportal «lepoint.fr». Bereits früher hatte er zudem in Abrede gestellt, dass er für die Datenlieferung an Frankreich Geld wollte.

Auch die betroffenen Bank zieht den Verdacht in Zweifel, es handle sich um die Daten ihres Ex-Mitarbeiters: «Es gibt keine Beweise, das ist reine Spekulation», heisst es bei HSBC auf Anfrage.

Stimmt die Aussage von Falciani, geht das Rätselraten weiter, aus welcher Bank die rund 1500 Datensätze entwendet worden sind, die jetzt Deutschland für 2,5 Millionen Euro zum Kauf angeboten werden. Die UBS wurde ebenfalls bereits ins Spiel gebracht. Die Bank tat den Verdacht als Spekulation ab. (pft)

Er will nichts mit dem jüngsten Skandal um Schweizer Bankdaten zu tun haben: Hervé Falciani, ehemaliger Mitarbeiter der Genfer Niederlassung von HSBC.- ZVG

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