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Er schimpfte die Politiker «Laien» und lobte die Bankenwelt, die uns in die Finanzkrise gestürzt hat. «Die Profis wissen schon, was zu tun ist», sagte UBS-Präsident Kaspar Villiger dieser Tage. Und erhöhte die Löhne von Bankern der UBS um 50 Prozent. Als Ersatz für gestrichene Boni!
Bei den Politikern in Bern, die die Bank mit Volksmilliarden retten mussten, ist die Wut auch Tage danach nicht verraucht. Jetzt droht Villiger eine Vorladung: «Ich werde in der Wirtschaftskommission beantragen, ihn in die nächste Sitzung einzuladen», sagt SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger. Diese Sitzung findet am 22. Juni statt.
Doch gegen die jüngste UBS-Lohnerhöhung ist offenbar kein Kraut gewachsen. Laut Sprecher Alain Bichsel kann die zuständige Finanzmarktaufsicht (Finma) nicht intervenieren. «Wir haben im vorliegenden Fall keinen Hebel.» Grund: Die Finma habe nur bei den variablen Vergütungen 2008 eingreifen können. Nicht aber bei den Fixlöhnen 2009, um die es jetzt gehe. So festgehalten im Rettungsvertrag zwischen Staat und UBS.
Dabei wird die Finma nicht unglücklich sein, Villiger keinen Strich durch die Rechnung machen zu müssen. Denn Villiger ist bestens vernetzt:
• Eugen Haltiner, Präsident Finma Arbeitete über 30 Jahre lang für Villigers heutige Brötchengeberin UBS, beziehungsweise deren Vorgängerin Bankgesellschaft. Das verbindet.
• Daniel Zuberbühler, Vizepräsident Finma Wurde 1995 vom Bundesrat zum Direktor der Bankenkommission (Vorläuferin der Finma) gewählt. Villiger war damals Bundesrat und designierter neuer Finanzminister.
• Jean-Baptise Zufferey, Verwaltungsrat Finma Der Professor durchleuchtete ab 1999 die Finanzmarktaufsicht. Auftraggeber: Finanzminister Villiger. Zufferey wurde 2001 unter Villiger auch in die Bankenkommission gewählt.
• Bruno Porro, Verwaltungsrat Finma Arbeitete bis Anfang 2005 beim Rückversicherer Swiss Re. Dort sass von 2004 bis Anfang 2009 auch Villiger: als Verwaltungsrat.
• Patrick Raaflaub, Direktor der Finma Ist erst seit letztem Jahr bei der Aufsicht. Vorher arbeitete auch er bei der Swiss Re.
• Jean-Pierre Roth, Präsident der Nationalbank (SNB) Villigers Draht zu Roth ist heiss: Er boxte ihn 1999 im Bundesrat als SNB-Präsident durch. Pikant: Auch der damalige UBS-Chef Ospel setzte sich für Roth ein.
• Daniel Eckmann, stv. SRG-Generaldirektor Gilt als Allzweckwaffe in Villigers Netz: Der stellvertretende SRG-Generaldirektor war Villigers Kommunikationschef und Alter Ego. Gilt nach wie vor als Villigers engster Vertrauter.
Wen wunderts, kann Villiger heute öffentlich sagen: «Unsere Aufsichtsbehörde und die Nationalbank kennen das Problem, und sie sind auf unserer Linie.»
UBS-Präsident Kaspar Villiger: «Aufsichtsbehörde und Nationalbank kennen das Problem und sind auf unserer <br></br>Linie. »- Keystone