ZÜRICH – Die UBS schüttet trotz Staatshilfe auch fürs 2008 Boni in Milliardenhöhe aus. Deutlich weniger als im Vorjahr, aber die Manager spüren den Volkszorn. Wie viel verdienen die UBS-Mitarbeiter aktuell noch?
Die goldenen Zeiten der
UBS -wie schön sind sie doch gewesen! Auch für die Mitarbeiter. 2007 betrug das durchschnittliche Verdienst 245000 Franken – inklusive Boni und andere variable Lohnbestandteile. Dabei sind Dinge, welche der Arbeitgeber auf seine Kappe nehmen muss, noch gar nicht mitgezählt, zum Beispiel AHV- und Pensionskassenbeiträge. Alles in allem sah es 2007 im Durchschnitt aller Mitarbeiter so aus: 245000 Franken Lohn, Bonus und andere variable Lohnbestandteile; 307000 Franken, wenn man auch noch den übrigen Personalaufwand dazuzählt. 14 Milliarden Franken AusgabenWas ist daraus geworden? Die UBS hat bekannt gegeben, dass sie von Januar bis September 2008 für das Personal insgesamt 14 Milliarden Franken ausgegeben hat. Da auch hier etwa 20 Prozent Sache des Arbeitgebers ist, sieht die Rechnung für die ersten drei Quartale 2008 so aus: 135000 Franken Lohn, Bonus etc. Das sind 28 Prozent weniger als in der gleichen Zeitspanne im Vorjahr; 170000 Franken totaler Personalaufwand – ebenfalls 28 Prozent weniger. Fürs 2007 sinds klar wenigerWie viel die UBS-Mitarbeiter im vierten Quartal 2008 verdienten, ist noch nicht publiziert worden. Die Löhne fürs ganze Jahr können vorerst nur geschätzt werden. Rechnet man die Zahlen der ersten neun Monate linear hoch, ergibt sich Folgendes: 180000 Franken Lohn, Bonus etc. für das Jahr 2008; 227000 Franken totaler Personalaufwand pro Kopf im 2008. Klar weniger als 2007. Mit der Bonus-Orgie ist es zumindest einstweilen vorbei. Das trifft nicht alle Mitarbeiter gleich. Je höher die Hierarchie-Stufe, desto höher fällt die Bonus-Kürzung aus. Es kommt aber auch darauf an, in welchem Geschäftszweig jemand arbeitet: Am meisten Federn lassen müssen die Investment-Banker, die Zockerjungs in den USA, die Bonus-Krösusse der Vergangenheit. Ihr Einkommen (Lohn und Bonus) ist in den ersten neun Monaten 2008 um 40 Prozent gesunken. Mitleid ist aber fehl am Platz. Sie holten im Schnitt immer noch ein Jahresverdienst von ungefähr 300000 Franken ab. Am besten gehts den BankangestelltenMittelmässig betroffen sind die Vermögensverwalter, die Betreuer der Reichen dieser Welt. Sie verzeichnen eine 15-prozentige Verdiensteinbusse. Die UBS -Mitarbeiter dieser Sparte kamen 2008 im Schnitt auf 181000 Franken. Am glimpflichsten kommen die Bankangestellten davon, die sich um uns Schweizer Durchschnittskunden kümmern (Zahlungen, Hypotheken, Konti, Vorsorge). Sie büssen sechs Prozent ein. Im Vergleich mit den anderen grossen Geschäftseinheiten verdienen sie aber auch am wenigsten. Hochgerechnet auf das Gesamt-Jahr 2008 lag ihr Durchschnitts-Einkommen noch bei 122000 Franken. Druck gegen Boni-Gier ist wirkungsvollDie Einkommenseinbussen der UBS-Mitarbeiter liegen vielleicht sogar noch etwas höher. Gut möglich nämlich, dass UBS-Boss Peter Kurer 2008 mehr Boni ausschütten wollte, als die Finanzaufsicht nun zulässt. In diesem Fall wären in den ersten neun Monaten zu hohe Gehälter ausgewiesen worden, die Korrektur nach unten müsste im vierten Quartal erfolgen. Der öffentliche Druck gegen die Boni-Gier zeigt Wirkung. Die UBS-Angestellten sind trotzdem immer noch komfortabel gebettet. Selbst die im Konzernvergleich bescheiden entlöhnten Mitarbeiter der Schweizer Geschäftseinheit verdienen, grob gesagt, doppelt so viel wie der Schweizer Durchschnittsverdiener. Wie viel es auf den Franken und Rappen genau ist, werden wir am 10. Februar erfahren. Dann gibt die UBS die definitiven Lohn- und Boni-Zahlen für das ganze 2008 bekannt.