Schon jetzt amtlich! Das teuerste Tankjahr aller Zeiten

Noch nie mussten Autofahrer an der Zapfsäule konstant so tief in die Tasche greifen wie 2012.

  • Publiziert: 11.10.2012
  • Von Ulrich Rotzinger
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Das laufende Jahr soll das teuerste Tankjahr in der Geschichte sein.

(Keystone)

Der Anstieg der Spritpreise hat 2012 nach Einschätzung der Erdöl-Vereinigung (EV) einen neuen Höhepunkt erreicht. Schon nach den ersten neun Monaten lasse sich «bereits absehen, dass das laufende Jahr als bislang teuerstes Tankjahr in die Geschichte eingehen dürfte», sagt Präsident Rolf Hartl zu BLICK.

Gemäss seinen Berechnungen haben Autofahrer für den Liter Benzin der Sorte Bleifrei 95 von Januar bis September durchschnittlich 1.81 Franken zahlen müssen, acht Prozent Mehrwertsteuer inklusive. Im Gesamtjahr 2011 seien es 1.73 Franken je Liter gewesen, also acht Rappen weniger.

Rekord bisher im Jahr 2008

Zur Erinnerung: Bisher galt 2008 als Rekordjahr mit einem Benzinpreis von 1.76 Franken je Liter im Mittel.

Besser dran sind Dieselfahrer: Hier beträgt der Jahresmittelpreis 1.93 Franken je Liter im 2012. 2008 betrug dieser 2.03 Franken. Allerdings kletterte Rohöl in jenem Jahr zeitweise auch auf einen historischen Höchststand von 146 Dollar. Und der Dollar war gegenüber dem Franken ein ­wenig stärker als heute.

Wie schon zu Jahresbeginn kostet Rohöl im Oktober «nur» rund 115 Dollar. Es habe im laufenden Jahr dagegen keinen Preisabsturz weit unter 100 Dollar gegeben wie vor vier Jahren, so Hartl. Aktuell kostet der Liter Bleifrei 95 bei BP und Migrol rund 1.90 Franken (Region Zürich). «Im Moment ist keine Preisänderung geplant», sagt Migrol-Chef ­Daniel Hofer.

Höhere Preise wegen Syrien

Allerdings stiegen die Preise an den internationalen Börsen wegen des Konflikts zwischen Syrien und der Türkei gegenwärtig stark an. Die Kosten für den Transport des Sprits auf dem Rhein seien seit Frühjahr gestiegen, ergänzt BP.

Für Hartl ist neben den Ölriesen auch der Staat ein Gewinner im «teuersten Tankjahr» 2012: Der Mehrumsatz von 350 Mil­lionen Franken bei Bleifrei 95 (gegenüber 2008) spüle zusätzliche 26 Millionen Franken in die Bundeskasse,  so der Erdöl-Profi.

Beliebteste Kommentare

  • Ben  Diskrill , Bern
    Der Bundesrat hat gar kein Interesse daran die Preise zu senken. Der glaubt noch immer dies sei eine optimale Lösung um die Anzahl der Fahrzeuge zu senken. Und wer wirklich angewiesen auf sein Fahrzeug ist habe locker 20000 auf der hohen Kante um sich ein sparsameres Auto zu kaufen..und wenn nicht...selber Schuld.
  • Peter  Joachim , via Facebook
    Es ist erstaunlich, dass Dollar und Euro gefallen sind, der Preis für Benzin oder Diesel aber nicht, eher im Gegenteil. In diesem Zusammenhang gesehen hätte der Spritpreis im umliegenden Ausland massivst ansteigen müssen, ist er aber nicht.
    Wer zockt uns hier wohl ab?

Alle Kommentare (56)

  • Andre  Bangerter , Lüsslingen
    Heute ist es Syrien und Türkei, ein anderes mal ist es wieder der Dollar, irgend eine Ausrede finden unsere Ölbarone immer um den Benzinpreis oben zu halten
    • 12.10.2012
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  • alois  Leimgruber , Villmergen
    Und trotzdem immer mehr verstopfte Strassen,d.h. immer noch viel zu billig !
    • 11.10.2012
    • 9
    • 18
  • Michael  Heldner , via Facebook
    Gott ich fahr seit 2 Jahren Auto und bekomm jedesmal ein Grinsen wenn ich an die Tankstelle fahre selbst als der Liter kurz über 2,01 CHF für V-Power stand, war das immernoch günstiger als beim Grossen Bruder über der Grenze. Wer in der Schweiz über das Benzin jammert, jammert meiner Meinung auf zu hohem Niveau.
    • 11.10.2012
    • 6
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  • Mesut  Güvenc , Dietlikon , via Facebook
    Die Grössten Erdöl- Förderer sind die USA, Russland, Saudi Arabien und Iran..Und doch wird es wegen "der Türkei und Syrien" teurer..!
    • 11.10.2012
    • 15
    • 2
  • Yves  Schneider , via Facebook
    Aber trotzdem ist der Energiepreis immer noch zu billig. Wäre er bei etwa CHF5/l würden viele auf die unnötigen SUV und andere Panzerfahrzeuge verzichten und die Industrie würde Motoren mit 1-2l/100KM herstellen. Klar man hat dann nicht 100e von PS, macht aber auch keine unnötigen Fahrten mehr. Das Potenzgehabe vieler möchtegern Schumis wäre dann passe. Wleche Wohltat.
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